Was die Java-Welt bewegt

16. März 2007, 15:38
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Entdecken, nicht nur finden

Entdecken, nicht nur finden
Was bewegt Java-Entwickler heute? An welchen Applikationen wird mit welchen Werkzeugen gebaut, welche Technologien und Techniken sind heute ein Hype und morgen vergessen? Bereits ein Blick auf die "Technical Sessions" der kommenden Java-Konferenz Jazoon könnte helfen, wenn man denn auch nur die Titel der Referate verstehen würde. Wir haben uns bei Joachim Hagger (Foto), als Technologie- und Java-Guru Co-Chairman des Programmkomitees der Konferenz Hilfe geholt.
Hagger hat zusammen mit seinen Kollegen sämtliche Eingaben für Referate angeschaut und die spannenden ausgewählt. Im Gespräch kristallisieren sich drei Schwerpunkte der Konferenz heraus, die eben auch die aktuellen Fragestellungen in der grossen Java-Welt widerspiegeln.
Gegen unnötige Komplexität
Eine ganze Reihe der technischen Vorträge befassen sich mit alternativen Entwicklungsumgebungen für Java. Haggers Begründung: "Java Enterprise wurde in den letzten Jahren laufend komplexer. So komplex, dass die wenigsten die "offiziellen" Werkzeuge und Bibliotheken benützten. Die Entwickler weigerten sich schlicht und suchten nach anderen Frameworks. Man wollte dünne, performante und einfache Anwendungen bauen. Die Scripting-Sprache "Ruby on Rails" hat deshalb die Java-Welt erschüttert," sagt Hagger.
So befassen sich diverse Vorträge mit alternativen Entwicklungswerkzeugen wie Spring oder Hibernate , die aus der Java-Community selbst hervorkommen und, so Hagger, "nicht mit der grossen Technologie-Kelle daherkommen". Doch auch Sun hat gelernt und für die neue Version der Java-Entwicklungsplattform (EJB 3.0) Elemente aus der "alternativen Welt" übernommen. Auch spannend: Jazz, ein Collaborations- und Projektmanagement-Tool, welches eng in Eclipse intergriert sein wird und im Juni veröffentlicht werden soll.
SOA - mehr als nur Blabla
"Service orientierte Architektur" ist zur Zeit DAS Modewort der IT-Industrie schlechthin. Doch SOA dürfte kein Buzzword sein, das bald verschwindet - zu bestechend ist die Idee, stark modularisierte Softwarekomponenten über standardisierte Schnittstellen und normale Protokolle (http...) "miteinander sprechen" zu lassen.
Entwickler müssen sich also in diese Konzepte einarbeiten - die Teilnahme an der Jazoon wird helfen. Grundsätze gibt es in "A Developers Guide to SOA". Im Vortrag "Are Open Source SOA stacks ready for prime time?" werden drei Open-Source SOA-Plattformen kritisch verglichen und ein Experte wird Security-Problematiken bei Web Services unter Java beleuchten.
und dann das Web
Noch ein Schlagwort, das die Informatik-Welt beschäftigt: SaaS - "Software as a Service" - wird auf der Jazoon nur eine Randexistenz führen. Hagger begründet: "SaaS ist keine alltägliche Fragestellung. Entwickler haben täglich mit dem Zusammenspiel von Web-Frontends, Applikationen und Datenbanken zu tun, also mit Zeiterfassungen, Formularen und ähnlichem. Im Browser abspielbare, komplette Applikationen sind eher selten.
Schade eigentlich, dass das SaaS-Konzept nur eine Nebenrolle spielt. Denn mit der St. Galler Abacus beschäftigt sich immerhin einer der ganz wenigen erfolgreicher Schweizer Hersteller von Standardsoftware ganz intensiv mit dem Bau einer Java-basierten Online-Applikation.
Dafür wird es einiges zum Wunderding AJAX (Asynchronous Java and XML), zu Java Server Faces und anderen Techniken geben, mit denen man "coole" grafische Web-Oberflächen machen kann. Wer möchte nicht Googles Java-Evangelist Neal Gafter hören?
Abschalten, fokussieren, lernen, austauschen
Viele Inhalte der Jazoon dürften auch in der einen oder anderen Form im Web zu finden sein. Doch eine Konferenz ist eben mehr als eine Serie von Vorträgen. Man schaltet von den Alltagsproblemen ab, schaut "über den Hag", lernt Leute kennen, die an ähnlichen (oder ganz anderen) Problemen arbeiten und findet vielleicht auch mal Lösungen, von denen man nicht wusste, dass man sie sucht. Eben: Entdecken, nicht nur finden.
Und Neugierige finden auch Fragestellungen ausserhalb der "Brot & Butter-Welt" der Java-Entwicklerin. Es gibt einen kritischen Blick auf "Web 3.0" man kann sich mit Peer-to-Peer-Netzwerken innerhalb von NAT-Netzwerken auseinandersetzen und sich zu guter Letzt ganz grundsätzlich fragen: "What's wrong with Java". (Christoph Hugenschmidt)

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