Was die Tech-Welt verändert

7. Oktober 2021, 13:02
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DSGVO, Gegenwind für Big Tech und Automatisierung haben einen anhaltenden Einfluss. Die Marktforscher von Canalys haben 5 Makro-Trends identifiziert.

Viele Faktoren beeinflussen den IT-Channel und die IT. Die Marktforscher von Canalys identifizieren 5 wichtige Kräfte, die die Tech-Welt prägen werden. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus politischen und gesellschaftlichen Themen. Einige der Trends seien durch die Pandemie beschleunigt worden, alle würden sich für Jahre auf die digitale Welt auswirken, so Canalys.
Jede Firma entwickle sich zu einer Softwarefirma, sagte Alex Smith, Channels VP Canalys, anlässlich einer Veranstaltung des Marktforschers. Dies sei an sich nicht neu, aber die Auswirkungen würden spürbarer. Bei allen Unternehmen steige deshalb etwa der Bedarf nach IT-Fachkräften, was den Arbeitsmarkt belaste. Auch seien die Anwenderfirmen Technologie-affiner geworden und hätten deshalb höhere Erwartungen an ihre IT-Partner.
Die Frustration, was Big-Tech anbelange, erreiche langsam ihren Siedepunkt, so der zweite Punkt laut Smith. Man sei sich bewusst, dass man die Kontrolle über die eigenen Daten verloren habe. Die Unternehmen haben Angst davor, von einigen wenigen Firmen abhängig zu werden. Hinzu kommen Regulierungen wie die DSGVO. Immer wieder würden in Europa neue Rekordbussen gegen Tech-Konzerne ausgesprochen.
Die Lieferkette ist das 3. wichtige Thema. Dabei gehe es aber nicht nur um die Probleme, die mit der Covid-Pandemie einhergegangen seien, sagte der Marktforscher. Er nannte überhöhte Preise bei den Metallen der Seltenen Erden als wichtigen Faktor. Die "Inflation" treffe den Tech-Sektor, der in Konkurrenz mit der Energie- und der Automobil-Branche stehe. Die Seltenen Erden hiessen nicht so, weil sie selten seien, sondern weil sehr viel abgebaut werden müsse, um genügend verwendbares Material zu erhalten. Dies mache es zu einem "schmutzigen Geschäft", was dem Wunsch nach Umweltschutz widerspreche.
Das Büro gehört noch nicht der Vergangenheit an. Es würden zwar künftig etwas weniger Leute im Office sein als vor der Pandemie, aber die Leute würden langsam zurückkehren, so Smith. Die Millennials erwarten laut dem Marktforscher etwas mehr Flexibilität, während die älteren Mitarbeitenden eher vor Ort sein werden. Und es gebe natürlich auch Unterschiede, was die Branche anbelangt. Den Tech-Firmen sei es im Homeoffice hervorragend ergangen, während bei den Banken der persönliche Kontakt wichtiger sei. Für die IT-Provider heisse das aber nach wie vor neues Business im Bereich Collaboration, Workplace, Wifi-Ausstattung oder Security.
Der 5. wichtige Trend, den Smith in seinem Vortrag nannte, ist die Automatisierung. Es gebe mittlerweile unzählige Tasks, die automatisiert werden könnten. Aber auch in Jobs, in denen mehr Fähigkeiten oder Ausbildung nötig seien, mache die Technologie Fortschritte. Übersetzungen, Journalismus oder Radiologie seien alles Bereiche, in denen die Technologie bereits erfolgreicher sei. Je mehr wir uns künftig auf solche Technologien verlassen würden, desto robuster müssten die IT-Systeme sein, so Smith. Dies betreffe sämtliche Bereiche von der Software über das Management und den Support bis hin zur Edge-Anbindung, Security und Backup. "Automatisierung wird eine Vielzahl an Chancen für den Tech-Sektor bieten", bilanziert der Marktforscher. 

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