Was ERP-Anwender in fünf Jahren haben wollen

15. Februar 2008, 14:55
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Kollaboration intern und extern, bessere Prozessunterstützung, gestrählte Stammdaten.

Kollaboration intern und extern, bessere Prozessunterstützung, gestrählte Stammdaten.
Die Fachhochschule Nordwestschweiz hat, im Auftrag von Bison/Greenax eine Studie durchgeführt, um Hinweise darauf zu erhalten, welche Ansprüche Unternehmen an ihre zukünftigen ERP-Systeme stellen werden. Angefragt wurden dafür rund 4500 Firmen, beteiligt haben sich 620, also eine recht hohe Zahl. Knapp die Hälfte davon stammt aus der Schweiz der Rest verteilt sich auf Deutschland und Österreich.
Releasewechsel: Neue Features bitte!
Die Studie zeigt, dass neu angebotene Funktionen bei einem Releasewechsel ein wichtige Rolle spielen. Rund 81 Prozent der Befragten gaben erweiterte betriebswirtschaftliche Funktionalitäten als wichtigen oder sehr wichtigen Grund an, 74 Prozent neue technische Möglichkeiten wie Schnittstellen zu anderen Applikationen, Mobile Anwendungen usw.). Aber auch der schlichte "Tod" beziehungsweise das Ende des Supports für einen Release ist für 61 Prozent der naheliegende Grund für einen Update.
Umstieg: Wir haben uns verändert!
Die Gründe für einen Umstieg auf ein neues ERP-System sind divers. Sehr oft geben strukturelle Veränderungen den Ausschlag, zum Beispiel der insgesamt am häufigsten genannte Grund Wachstum (41 %) sowie Organisationsänderungen (28 %) oder Übernahmen (12 %).
Mindestens ebenso wichtig sind technologische Anliegen, zum Beispiel die grundsätzliche Notwendigkeit einer Plattformerneuerung (32%), der Wunsch nach erweiterten Funktionalitäten, (28%), fehlende Prozessunterstützung des bisherigen Systems (27%), einfachere Abbildung von Prozessen (24%), effizientere Konsolidierung von Standorten (20%), bessere Integration von bestehenden Applikationen (16%), Optimierung von Arbeitsabläufen (15%) oder releasetaugliche Kundenanpassungen (13 %).
Auch äussere Umstände wie Kunden- oder Lieferantenanforderungen (18%), eine Entscheidung des Mutterhauses (16%), gesetzliche Anforderungen (14%) oder schlicht ein neues Management (8%) werden recht oft genannt. Zu hohe Betriebskosten der aktuellen Lösung spielen dagegen relativ selten eine Rolle (8%).
Neue Module: Integration, Collaboration!
Die am häufigsten genannten neuen Module und Features für bestehende Lösungen, in welche die Befragten in Zukunft investieren würden, dienen der vereinfachten Zusammenarbeit mit Lieferanten und Kunden sowie der Integration von internen Daten und Applikationen. Obenaus schwang die Verfügbarkeit von Daten für Kunden und Lieferanten über das Web (35%). Dahinter folgten die durchgängige Integration von elektronischem Datenaustausch (26%), CRM-Anbindung (26%), durchgängige Integration von Office-Anwendungen (25%), mobile Verfügbarkeit von Informationen (24%), Integration des Mailservers (24%) und die durchgängige Integration des Online-Shops (20%).
Weitere geannnte Investitionsfelder sind: RFID (19%), Business Intelligence (18%), branchenspezifische Spezialfunktionen (17%), Controlling (16%), SCM-Anbindung (16%), Service Management (15%), Personalwesen (13%), Anlagen-Buchhaltung (12%), Finanzbuchhaltung (9%) und PPS (7%).
Kontinuierliche Prozessoptimierung
Eine der Voraussetzungen für die Integration von Applikationen und effizienteres Prozessmangement ist eine Verbesserung des Umgangs mit Stammdaten, was denn auch viele Unternehmen planen. Gemäss der Studie haben heute 15 Prozent der Befragten ihre Stammdaten standardisiert und Redundanzen eliminiert. In fünf Jahren wollen bereits mehr als die Hälfte (55%) so weit sein.
Speziell unter die Lupe genommen wird auch das Thema Prozessunterstützung. Als idealer Zustand wird von den Autoren diesbezüglich eine kontinuierliche Optimierung der Prozesse beziehungsweise ein dauernder Vergleich der realen Prozesse mit den Soll-Prozessen vorgegeben. 27 Prozent der Befragten betrachten dies bereits als verwirklicht, weitere 29 Prozent streben die kontinuierliche Prozessoptimierung bis in fünf Jahren an. Der Anteil der Unternehmen, der auch die den Prozessen zugeordneten Rollen miteinbezieht, soll von 26 Prozent auf 53 Prozent steigen.

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