Was für ein Tierchen ist HP Schweiz (und wohin bewegt es sich)?

22. November 2005, 14:27
  • channel
  • hp
  • schweiz
image

Nach einem durchzogenen Jahr will sich HP Schweiz an die "Megatrends" in der IT anhängen.

Nach einem durchzogenen Jahr will sich HP Schweiz an die "Megatrends" in der IT anhängen.
An einer Pressekonferenz gab HP Schweiz heute Morgen einen Überblick über seinen Geschäftsverlauf im vergangenen Jahr und einen Ausblick auf seine zukünftige Strategie. Oder wie es Country General Manager Urs Fischer ausdrückte: Man wollte zeigen, was "das 'Tierli' HP eigentlich macht" und wohin es geht.
Das ist allerdings, bei einem Elefanten wie HP, der sich in so vielen Märkten bewegt, ein schwieriges Unterfangen in so kurzer Zeit. Es ist ein bisschen, wie wenn man – um beim Bild zu bleiben – den besagten Elefanten im Dunkeln mit einer Taschenlampe beleuchtet: Man sieht mal ein Bein, dann den Rüssel und vielleicht ein wedelndes Ohr, aber es ist schwierig, sich ein Gesamtbild zu machen Dazu kommt noch, dass HP Schweiz zwar, wie Urs Fischer meinte, seine "Swissness" betont, aber Teil eines internationalen Konzerns ist. Viele Dinge, zum Beispiel genaue Zahlen zum Geschäftverlauf hierzulande, durften die HP-Leute gar nicht erwähnen.
Beginnen wir trotzdem mit den Umrissen. HP Schweiz beschäftigt momentan 1400 Mitarbeitende. Um noch ein paar interessante Zahlen zu nennen: 16 Prozent der Angestellten sind Frauen, 30 Prozent arbeiten schon mehr als 10 Jahre bei HP und momentan bildet das Unternehmen 28 KV- und Informatiklehrlinge aus.
Schrumpfung gestoppt?
Mit jetzt noch 1400 Mitarbeitenden hat sich HP Schweiz trotz einer ganzen Reihe von Entlassungswellen im Konzern seit dem Merger mit Compaq vor rund dreieinhalb Jahren recht gut gehalten. Im Mai 2002, als "New HP" Schweiz an den Start ging, beschäftigte das Unternehmen noch 1500 Mitarbeitende.
Mit dem Wachstum hat es aber seit dem Merger nicht so recht geklappt. Vom damals für 2002 vollmundig angekündigten Umsatzziel von rund zwei Milliarden Franken scheint man heute mit etwa 1,5 Milliarden Franken Umsatz ein ganzes Stück weit entfernt. (Urs Fischer durfte diese Zahl nicht direkt nennen, zeigte aber ohne ihr zu widersprechen eine Schätzung der Handelszeitung.) dies zeigt sich teilweise auch in den Marktanteilen. HP beherrscht zwar einige Märkte deutlich, im dritten Quartal 2005 zum Beispiel mit 48 Prozent Marktanteil bei Farblaserduckern, 44,9 Prozent bei Linux-Servern oder 48 Prozent bei Industriestandardservern (x86-Server). Anfangs 2002 hatten HP und Compaq zusammengezählt aber noch 65 Prozent Marktanteil bei Industriestandardservern und 56 Prozent im Printergesamtmarkt.
Das vergangene Jahr war gemäss Fischer für HP Schweiz von zwei unterschiedlichen Hälften geprägt. Im ersten Halbjahr sank der Umsatz, vor allem aufgrund von Einbrüchen im Consumerbusiness. Im zweiten Halbjahr stieg er dann wieder deutlich an, obwohl der Gesamtmarkt, in dem sich HP bewegt, gemäss Fischer kontinuierlich leicht nachliess. Fischer schätzt, dass der Markt für HP insgesamt im letzten Jahr etwa 2 Prozent an Volumen verlor und nun bei rund 9,5 Milliarden Franken liegt.
HPs eigene IT: Mehr Geld für Innovationen
Im nächsten Jahr soll es aber allerdings wenn es nach Fischer geht sowohl für den Gesamtmarkt als auch noch stärker für HP Schweiz wieder aufwärts gehen. Um dieses Ziel zu erreichen, will sich HP auf 11 "infrastrukturnahe" Kerngebiete konzentrieren. Fünf davon bezeichnete Fischer als die gegenwärtigen "Megatrends", von denen sich HP das grösste Wachstum erhofft: Outsourcing, IT-Service Management, IT-Konsolidierung und -Virtualisierung, "Total Print Management" (Druckeroutsourcing) und "Information Lifecycle Management" im Storagebereich. Die weiteren HP Kerngebiete sind Hochverfügbarkeit und Sicherheit, Anwendungsintegration, Client-Arbeitsplätze, Utility Computing, SAP sowie Lösungen für Telekommunikationsanbieter und Netzwerkbetreiber.
Eine der grossen Herausforderungen für IT-Abteilungen, die HP in nächster Zeit adressieren will, ist das Spannungsfeld zwischen dem Kostendruck auf der einen Seite und dem Anspruch der dauernden Innovation auf der anderen Seite – für letzteres bleibt oft wenig übrig. Fischer illustrierte dies anhand der eigenen IT von HP Schweiz. Dort gehen gegenwärtig 72 Prozent des Budgets für Wartungsarbeiten drauf (42 Prozent davon für die Infrastruktur und 30 Prozent für die Anwendungen). Für neue Anwendungen bleiben nur 23 Prozent übrig und für neue Infrastruktur lediglich 5 Prozent.
In den nächsten drei Jahren strebt nun HP starke Verschiebungen in seinem eigenen IT-Budget an (Und ähnliches soll natürlich auch den Kunden ermöglicht werden.) Den Aufwand für Wartungsarbeiten möchte HP auf nur noch 45 Prozent des IT-Budgets herunterschrauben, wovon nur noch 15 Prozent für die Anwendungswartung. Auf der anderen Seite könnte man so den Anteil der Innovationen ungefähr verdoppeln: Für neue Anwendungen stünden dann 45 Prozent des Budgets zur Verfügung und für neue Infrastruktur immerhin 10 Prozent. (Hans Jörg Maron)

Loading

Mehr zum Thema

image

HPE zeichnet Schweizer Partner aus

Der Channel trägt 60% des HPE-Umsatzes bei. Auch dieses Jahr ehrt der Hersteller seine besten Schweizer Partner.

publiziert am 31.1.2023
image

Wo steht die Schweiz bei der Digitalisierung?

Das Bundesamt für Statistik hat eine Reihe von Indikatoren gebüschelt. Eine klare Antwort geben sie nicht.

publiziert am 31.1.2023
image

Edtech-Startup Evulpo nimmt 7,7 Millionen Franken ein

Das Schweizer Startup hat an einer Finanzierungsrunde neues Geld gesammelt. Damit soll die E-Learning-Plattform über Europa hinaus wachsen.

publiziert am 30.1.2023
image

Competec hat eigene Marke für PC-Zubehör lanciert

Die neue Schweizer Marke Onit wurde bis jetzt nicht gross angekündigt. Das wird laut Competec bewusst so gehandhabt.

publiziert am 30.1.2023