Was haben Fussballer und Higgs-Bosonen gemeinsam?

11. November 2013, 14:03
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Big Data.

Big Data.
Big-Data-Technologie kann man für viele Zwecke einsetzen, von banalem bis zu weltbewegendem. Unter anderem auch für den Fussball, der irgendwie beides zugleich ist. Der deutsche Business-Softwareriese SAP hat nun eine Big-Data-Applikation entwickelt, mittels derer die Kicker des Bundesligaclubs TSG Hoffenheim auf Vordermann gebracht werden sollen.
Hana hats genau gesehen: Du hast gestern im Training geschlampt
Das System basiert auf SAPs In-Memory-Analysesoftware "Hana". Die Daten, die Hana auswertet, stammen von speziellen Sensoren, die in Schienbeinschoner, Trainingskleidung und Bälle integriert sind. Hoffenheims Trainer sollen durch das System in Beinahe-Echtzeit Informationen und Visualisierungen über die Leistung der einzelnen Spieler erhalten, zum Beispiel über Laufwege und Sprints, deren Geschwindigkeit, die Dauer von Ballkontakten und vielem mehr. Zudem können laut SAP Spielsituationen in 2D- oder 3D-Ansichten dargestellt werden und Entfernungen, Durchschnittsgeschwindigkeiten und Ballbesitzquote einer Mannschaft sowie Spielertendenzen ausgewertet werden.
Mit diesen Informationen, so SAP, könne das Training individuell angepasst werden, um Schwächen der Spieler gezielt anzugehen. An den Nutzen der Sache glaubt auch der Club: "Nun brechen wir auf in neue Leistungsdimensionen. Mit der SAP-Technologie haben wir unseren Wettbewerbern gegenüber einen unmittelbaren Vorteil", sagt Peter Rettig, Vorsitzender der Geschäftsführung bei TSG 1899 Hoffenheim. Fragt sich nur, ob es auch die hochbezahlten Fussballer so toll finden, dass jeder ihrer Schritte registriert wird, auch wenn der Trainer mal nicht hinsieht.
Big Data auch am Cern
Die Higgs-Bosonen, an deren endgültigem Nachweis man im Cern in Genf arbeitet, bewegen zwar die Gemüter der Menschen weit weniger als Fussball, aber dafür vielleicht das Universum. Und bei allem Respekt für die Flügelflitzer dieser Welt, die im "Large Hadron Collider" des Cern beschleunigten Elemantarteilchen bewegen sich nicht nur noch etwas schneller, sondern produzieren bei ihren Kollisionen um Grössenordnungen grössere Datenmengen. Diese Daten möglichst schnell für Forscher aufzubereiten und zu anlysieren ist eine der grossen IT-Herausforderungen am Cern. Auf einen Prestigeerfolg auf diesem Gebiet hofft ein weiterer deutscher Softwarehersteller, die Software AG.
Eine Gruppe von Studenten der Universität Marburg arbeitet gegenwärtig an einem experimentellen Projekt mit dem Ziel, die Analyse mit Big-Data-Technologien zu beschleunigen und zu verbessern, wie die Software AG mitteilt. Die Studenten setzten dafür als Basis das Software-AG-Produkt "Apama" ein, eine Software zur Analyse von "Ereignisströmen" in Echtzeit.
Die Software AG hat dem Forscherteam gerade einen Förderpreis von 10'000 Euro zugesprochen, und wird das Projekt an der IT-Messe CeBit im nächsten März vorstellen. Ob das an der Uni Marburg erarbeitete System je tatsächlich am Cern eingesetzt wird, steht noch in den Sternen, aber trotzdem freut man sich dort über das Projekt. "Ich bin sehr gespannt darauf, welche neuen Mustererkennungen sich möglicherweise aus diesem Vorzeigeprojekt ergeben werden", wird dazu der Cern-Mitarbeiter Matthias Bräger von der Software AG zitiert. Und das Produkt Apama, so Bräger, könnte für die IT-Infrastruktur des Cern durchaus eine Option sein. (hjm)

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