Was heisst eigentlich Comparex?

13. April 2010, 07:35
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Aus PC-Ware Systems Schweiz wird Comparex Schweiz. Lieferschwierigkeiten von grossen Hardware-Herstellern trüben die Aufbruchstimmung - nicht nur in Sursee.

Aus PC-Ware Systems Schweiz wird Comparex Schweiz. Lieferschwierigkeiten von grossen Hardware-Herstellern trüben die Aufbruchstimmung - nicht nur in Sursee.
Was kostet ein Rebranding? Im Falle des Surseer IT-Dienstleisters PC-Ware Systems, der seit wenigen Tagen unter dem Namen "Comparex Schweiz" auftritt, waren es über 100'000 Franken. Comparex-Schweiz-Chef Oliver Schalch (Foto) betont im Gespräch mit inside-channels.ch aber, dass damit sämtliche Kosten für Marketing und Beschriftung abgedeckt seien. Obwohl es nicht das erste Rebranding ist - gegründet wurde das Unternehmen als Agro-Data, später wurde es zu PC-Ware Systems - glaubt Schalch, dass es die Mühe und die Kosten lohnt, denn: "Beim Namen Comparex wird man neugierig."
In der Tat. Wofür steht Comparex? "Der Beste unter den Mitbewerbern, sozusagen der König", meint Schalch und fügt an: "Aus Kundensicht natürlich." Ursprünglich wurde Comparex Ende der Achtzigerjahre vom Chemiekonzern BASF und vom Storage-Spezialisten Hitachi Data Systems (HDS) gegründet. Danach gab es ein Auf und Ab, die Schweizer Niederlassung ging in HDS Schweiz auf. Letztlich sicherte sich PC-Ware im vergangenen Jahr sämtliche Rechte an der Marke Comparex.
Nun gibt es also eine neue Comparex, die in den drei Kernbereichen Consulting, Infrastructure und Managed Services aktiv ist. "Wir sind der Outsourcer für den Mittelstand", sagt Schalch. Das Softwarelizenz-geschäft segelt in der Schweiz und international nach wie vor unter dem Namen PC-Ware.
Grosse Hersteller haben Lieferprobleme
Gemäss Schalch hat die Marke PC-Ware im Lizenzgeschäft nach wie vor ein gutes Image. Deshalb entschied man sich, die Niederlassung in Dietikon, die für das Lizenzbusiness zuständig ist, weiterhin als PC-Ware Schweiz auftreten zu lassen. Im Dienstleistungsbereich habe sich der Name PC-Ware aber nie durchsetzen können, so Schalch. Vor allem Neukunden würden irritiert reagieren, wenn von "PC" und "Ware" die Rede sei. "Dies stellte eine Hürde bei Erstkontakten dar, die wir nun beseitigt haben", so Schalch. Comparex hingegen habe international und auch in der Schweiz einen guten Ruf als Dienstleister und Service-Provider.
Comparex hat Ende März das vergangene Geschäftsjahr abgeschlossen, doch Zahlen sind noch nicht bekannt. Zwar merke man, dass die Nachfrage wieder nachziehe und trotz Wirtschaftskrise konnte der Umsatz in den ersten drei Geschäftsquartalen gesteigert werden, doch seit Ende 2009 stehe man vor einem neuen Problem, sagt Schalch: "Grosse Hardware-Hersteller haben Lieferschwierigkeiten. Aus diesem Grund werden wir im letzten Geschäftsquartal unter unseren Möglichkeiten sein. Das ist sehr bedauerlich." Namen will Schalch keine nennen, doch er ist sich sicher, dass Mitbewerber wissen, um welche Hersteller es sich handelt. Er nimmt sie dann aber sogleich in Schutz, denn er glaubt, dass die Zulieferer für die Lieferschwierigkeiten verantwortlich sind. "Den hiesigen Herstellerniederlassungen sind die Hände gebunden", so Schalch.
Die Lieferprobleme im Hardware-Bereich zeigen erneut, dass sich Reseller vermehrt auf Dienstleistungen konzentrieren müssen - nicht nur aus Margengründen. So wiederholt auch Schalch, was in der Reseller-Szene seit Jahren zu hören ist: "Höherwertige Dienstleistungen sind das A und O." Comparex baut zurzeit Kompetenzen im Virtualisierungs-Bereich aus - und ist dabei sicher nicht der einzige IT-Dienstleister. Auch Themen wie Netzwerkoptimierung und Outtasking werden für Comparex wichtiger. Zurzeit suche man Systemingenieure und Projektleiter, Techniker generell. Stellen reduziert habe man hingegen im Innendienst. (Maurizio Minetti)

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