Was man zu Team­viewer-Aktien vor dem ersten Handelstag wissen kann

23. September 2019, 15:02
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Bei der Software-Schmiede aus Göppingen in der schwäbischen Provinz steht der Börsengang in Frankfurt vor der Tür.

Bei der Software-Schmiede aus Göppingen in der schwäbischen Provinz steht der Börsengang in Frankfurt vor der Tür. Am Mittwoch steht der erste Handelstag an und ein Milliarden-Deal wird erwartet, der dritte in diesem Jahr und der grösste eines deutschen Techkonzerns seit fast 20 Jahren.
Der Hersteller der gleichnamigen, auch bei Schweizer ICT-Firmen sehr häufig eingesetzten PC-Fernzugriffs-Software, will bis zu 84 Millionen Aktien zum Preis zwischen 23,50 und 27,50 Euro verkaufen. Damit würden bis zu 42 Prozent der Aktien in Streubesitz übergehen und der aktuelle Besitzer und Finanzinvestor Permira wäre um bis zu 2,31 Milliarden Euro reicher. Angeboten werden die Aktien seit dem 12. September, einen Tag vor dem Börsengang, am 24. September, soll der Angebotszeitraum dann enden. Könnten alle Aktien platziert werden, würde Teamviewer einen Firmenwert von rund 5,5 Milliarden Euro aufweisen.
Wenn man weiss, dass Permira das 2005 gegründete Unternehmen 2014 für 870 Millionen Euro übernommen hat, ist klar, dass jetzt Kasse gemacht werden soll. Der Investor hat allerdings angekündigt, als Grossaktionär engagiert zu bleiben.
Die Chancen für einen erfolgreichen Börsengang scheinen gut zu stehen. Dabei profitiert Teamviewer mit rund 800 Mitarbeitern von erstaunlich guten Zahlen. 2018 wurde der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 86 Prozent auf 258 Millionen Euro verbessert. Und im ersten Halbjahr 2019 resultierte wiederum ein Umsatzplus von 78 Prozent. Die Göppinger gehen derzeit von einer operativen Gewinnmarge von satten 45 Prozent aus.
Wermutstropfen gibt es freilich auch: Trotz hoher Profitabilität und dem schnellen Wachstum sind zur Jahresmitte die Schulden des Unternehmens höher als die Vermögenswerte gewesen, gibt 'Boerse-Online' zu bedenken. Hier hätte frisches Geld aus dem Börsengang für Entlastung gesorgt. Das sei für Permira allerdings keine Option gewesen.
Vielmehr müssen über das operative Geschäft Zinsen und die Tilgung eines Kredits über 600 Millionen Euro finanziert werden. Was laut Teamviewer aber kein Problem sei. Bis Ende dieses Geschäftsjahres werde man die Nettoverschuldung "auf das 3,1-Fache des operativen Gewinns senken und bis Ende 2020 auf weniger als das Zweifache", wie CEO Oliver Steil gegenüber '€uro am Sonntag' erklärte.
Auch 'Bloomberg' macht auf das negative Nettovermögen aufmerksam und nennt das mit dem Börsengang mögliche, aber nicht vollzogene Verbessern der Bilanz eine verpasste Chance. Profitieren würde nur Permira. Zudem bliebe unberücksichtigt, dass Teamviewer schon einmal Opfer eines Hackerangriffs gewesen sei. (vri)

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