Was Microsoft-Partnern Sorgen macht

7. Mai 2012, 12:47
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Angeregt und offen geführte Diskussionen anlässlich der Generalversammlung der Microsoft-Partnervereinigung IAMCP.

Angeregt und offen geführte Diskussionen anlässlich der Generalversammlung der Microsoft-Partnervereinigung IAMCP.
Das Schweizer Chapter der internationalen Vereinigung der Microsoft-Partner, IAMCP, ist erfolgreich. Es ist mit aktuell 79 Mitgliedern nicht nur eines der grösseren im EMEA-Raum, sondern kann seine Mitglieder auch tatsächlich mobilisieren, wie wir uns an der Generalversammlung letzten Freitag überzeugen konnten. Die VertreterInnen von fast 40 Individual- und Standard-Software-Herstellern, LARs und Infrastruktur-Spezialisten sowie zwei offizielle Microsoft-Vertreter reisten nach Luzern.
Die Mitglieder sind mit ihrem von Patrick Püntener präsidierten Verein sichtlich zufrieden. Rechnung und Rechenschaftsbericht wurden ebenso genehmigt wie Vorstand und Revisionsstelle wiedergewählt - alles einstimmig und diskussionslos.
Die Briefe aus Wallisellen
In der engagiert aber immer konziliant geführten Diskussion zum Schluss der Generalversammlung machten die IAMCP-Mitglieder auf einige zu klärende Punkte im Verhältnis zu Microsoft aufmerksam.
Für einige Aufregung sorgte etwa die Frage, wie etwa ein Schreiben von Microsoft an die Partner bezüglich der Lizenzbestimmungen für die Nutzung von Visual Studio in Kundenprojekten zu interpretieren sei. Die Frage, wie die Lizenzen für die Entwicklungsplattform, die einem Gold-Partner für den "Eigengebrauch" zustehen, genau eingesetzt werden können, ist nicht unbedeutend, denn es geht um Kosten von 3'000 bis 12'750 Franken pro Entwickler und Jahr. Die Frage blieb vorerst ungeklärt, doch wurde der Prozess zur Klärung aufgesetzt.
Überhaupt: Es gebe bei den viel zu häufigen Lizenzfragen zu viele unterschiedliche Antworten je nachdem welche Ansprechpartner bei Disti, LAR oder Microsoft man frage, monierten die IAMCP-Mitglieder: "Man muss sich jede Antwort schriftlich geben lassen. Compliance-Fragen sind eine echte Pain, insbesondere bei Fragen für SPLAs (Partnerverträge für Hoster)," sagte ein Mitlied. So wurde denn der Wunsch nach einer Veranstaltung, in der möglichst viele rechtliche Fragen geklärt werden, laut, was von den Microsoft-Vertretern gerne zugesagt wurde.
Noch ein Microsoft-Schreiben führte zu einigen Äusserungen der Unzufriedenheit. Microsoft hat nämlich Kunden, bei denen man Unterlizenzierung befürchtet, (unter anderem) dazu aufgefordert, sich an einen Spezialisten für SAM (Software Asset Management) zu wenden.Diese Spezialisten, die oft auch Lizenzhändler (LARs) oder sogar grosse VARs sind, würden künftig dann wohl auch das Business mit den entsprechenden Kunden machen, befürchtete man gestern an der IAMCP-GV.
Zwei Events, mehr Fokus auf konkreten Nutzen für Mitglieder und drei Hauptthemen
IAMCP will sich im laufenden Jahr noch mehr darauf konzentrieren, konkreten Nutzen für die Mitglieder zu stiften. Gegenüber Microsoft will IAMCP Schweiz definierte Themen konsequent ansprechen und allenfalls auch die Beziehungen zu IAMCP auf Europaebene nützen.
Die wichtigsten Themen in der Arbeit des Vereins in den 12 Monaten sind die Meisterung der Herausforderung durch Cloud-Computing, die Frage, wie man eine Firma am messbaren Kundennutzen ausrichten kann sowie das Thema Performance Management.
Zudem wird IAMCP Schweiz bis zur nächsten GV zwei Networking-Veranstaltungen durchführen (am 6.9.2012 und am 6.3.2013). (Christoph Hugenschmidt)
(Interessenbindung: Inside-channels.ch ist Medienpartner der IAMCP.)

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