Was so alles auf der Versichertenkarte steht

2. April 2008, 14:50
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Die Krankenversicherungskarte wird konkret. Verordnung regelt en détail den obligatorischen und optionalen Dateninhalt der Plastikkarte, die wir alle spätestens ab dem 1.1.2009 in unseren Brieftaschen haben werden.

Die Krankenversicherungskarte wird konkret. Verordnung regelt en détail den obligatorischen und optionalen Dateninhalt der Plastikkarte, die wir alle spätestens ab dem 1.1.2009 in unseren Brieftaschen haben werden.
Gestern trat die Verordnung "über die technischen und grafischen Anforderungen an die Versichertenkarte für die obligatorische Krankenversicherung" in Kraft. Dies nahm Bundesrat Pascal Couchepin zum Anlass, um gleich mal alle "e"-Projekte des EDI (Eidg. Dept. des Innern) der Presse in Erinnerung zu rufen. Die Liste ist eindrücklich und reicht von "e-Health" über die neue, eindeutige AHV-Nummer und die automatisierte Volkszählung bis hin zum ziemlich sensationellen aber von der hiesigen Öffentlichkeit hartnäckig ignorierten Projekt zur Ausrottung des Papiers in der Bundesverwaltung.
In der Verordnung wird nun detailliert festgelegt, welche Daten obligatorisch und welche auf Wunsch des Karteninhabers auf dem Chip der Karte gespeichert werden und in welchen Datenformaten diese zu sein haben. Zwingend enthält die Karte nur wenig Daten (Name, Versicherung, AHV-Nummer, ...) und selbst Angaben zu Versicherungsform (Standard, HMO, Hausarzt), der Deckung (Allgemein, Privat, ...), dem Wohnkanton oder der allfälligen Unfalldeckung sind fakultativ.
Willigt der Patient aber ein, so kann die Karte einige, auch sehr persönliche, Informationen enthalten. So etwa Angaben über chronische Krankheiten und Unfallfolgen (von Asthma über fehlende Organe bis zu Glasaugen), Allergien und den Notfallmedikamenten dagegen, Dauermedikamentationen (Antidepressiva, Beta-Blocker, Kortisone...), Impfungen, Blutgruppe, Notfalladressen, Patientenverfügungen und Hinweise auf medizinische Dossiers und ihren Standort. Die optionalen Daten auf dem Chip sollen durch einen PIN-Code geschützt werden.
Auch die grafischen Anforderungen an die Karte (Bild) sind in der 38-seitigen Verordnung, detailliert festgelegt.
ePower: Zu spät, zu wenig
Die parlamentarische ICT-Lobby-Gruppe ePower und deren treibende Kraft, Nationalrat Ruedi Noser, kritisieren die Versichertenkarte in einem Statement von gestern allerdings ziemlich heftig. Mit der "unglücklich aufgesetzten und verspätet eingeführten Versichertenkarte" verpasse die Schweiz die Chance, das Gesundheitswesen "massgeblich weiterzubringen".
ePower verlangt, dass rasch die gesetzlichen Grundlagen geschaffen würden, um eine "Gesundheitskarte" einzuführen. Diese soll die eindeutige Identifikation einer Person erlauben - also biometrische Daten enthalten - und den raschen Zugriff auf elektronische Patientendaten ermöglichen. Zudem soll jeder Patient sein Patientendossier und die Versicherungsdeckung online administrieren können. (Christoph Hugenschmidt)

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