Was Software-Machern Bauchweh macht

6. Mai 2015, 15:53
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Requirements Engineering und Testing

Spezialisten für Requirements Engineering und Testing hinterfragen ihre eigene Tätigkeit erstaunlich kritisch.
Bereits zum siebten Mal veröffentlichte der Test- und Requirements-Engineering-Spezialist SwissQ den "Trends und Benchmark Report Schweiz" zum Stand des helvetischen Software-Schaffens. Der Report beruht auf einer Webumfrage unter 450 Personen, die sich beruflich als Test- oder Requirements-Ingenieure, als Projektleiter, Berater, Business Analysten, Entwickler oder Quality-Manager intensiv mit Software-Entwicklung beschäftigen. Der Löwenanteil der Umfrage-Teilnehmer arbeitet in grossen (28 Prozent, über 2000 MA) oder mittelgrossen (19 Prozent, 500 bis 2000 MA) Organisation.
Agile Entwicklungsmethoden dominieren heute die Schweizer Software-Welt: 41 Prozent entwickeln mit agilen Methoden und in je 26 Prozent werden Wasserfall- oder iterative Methoden verwendet. Auch keine Überraschung: Die Schweiz ist und bleibt ein Java-Land. 62 Prozent der Umfrage-Teilnehmer sagen, dass in ihren Projekten Java als Programmiersprache eingesetzt wird. In je 28 Prozent der Projekte ist es .Net oder Javascript, in 24 Prozent C# und in 15 Prozent C++. In immerhin noch 13 Prozent wird mit PL/SQL entwickelt.
Immer mehr Projekte erfolgreich
Fragt man nach dem Vorgehen in agilen Projekten, so dominiert Scrum. In 87 Prozent (!) der Projekte arbeitet man mit dem Modell von Scrum, alleine oder kombiniert mit Hermes oder Wasserfall-Methoden.
Glaubt man den Teilnehmern an der Umfrage, so reift das Schweizer Software-Schaffens rasch. Denn zum ersten Mal hat die Zahl der erfolgreichen Projekte (in Time, in Budget, in Scope) die 50-Prozent-Marke überschritten. 54 Prozent der in den letzten 12 Monaten abgeschlossenen Software-Projekte waren erfolgreich. Diese Zahl ist seit 2011 kontinuerlich angestiegen. Damals waren erst 24 Prozent der Projekte erfolgreich, 2012 waren es 35 Prozent, 2013 36 Prozent und 2014 39 Prozent.
An dieser Stelle muss man aber darauf hinweisen, dass die Umfrage von SwissQ zwar interessante Einblicke gibt, aber nicht repräsentativ ist, da sie auf einer freiwilligen Webumfrage beruht. Wir wissen also nicht, worauf der plötzliche Qualitätssprung in Schweizer Software-Projekten zurückzuführen ist.
Wenig Zufriedenheit mit Requirements Engineering und Testing
Die Prozesse für das Erarbeiten der Anforderungen (Requirements Engineering) machen weiterhin Sorgen. Weniger als die Hälfte der Teilnehmer sind mit den verschiedenen Prozessen im Requirements Engineering zufrieden (siehe Grafik). Am schlimmsten steht es um das Dokumentieren, das Prüfen und Verwalten der Anforderungen. Die Umfrage zeigt deutlich, wo in Software-Projekten noch der Schuh drückt.
Nur ein bisschen besser sieht es mit dem Software-Testen aus. (Siehe zweite Abbildung). Am wenigsten zufrieden ist man mit der Planung der Tests und der Testfall-Ermittlung.
Der 52-seitige Report beleuchtet sehr viele Aspekte des Stands der Software-Entwicklung in der Schweiz heute. So wird - um nur ein paar wenige Beispiele zu nennen - nach dem Verhältnis von Test- zum Entwicklungsaufwand gefragt oder nach den eingesetzten Techniken für das Erheben von Requirements.
Der in unseren Augen sehr aufschlussreiche Report kann hier bezogen werden. (hc)

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