Was Steve Ballmer am meisten bereut

20. September 2013, 08:56
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Microsoft-CEO bedauert verpassten Einstieg in den Smartphone-Markt.

Microsoft-CEO bedauert verpassten Einstieg in den Smartphone-Markt.
Der scheidende Microsoft-Chef Steve Ballmer ärgert sich wegen des verpassten Einstiegs des US-Konzerns in den zukunftsträchtigen Markt der Smartphones. "Das ist die Sache, die ich am meisten bedaure", sagte Ballmer am Donnerstag in einer Konferenz mit Finanzmarktanalysten. Der Blick Microsofts sei nach der Jahrtausendwende so stark auf das PC-Betriebssystem Windows gerichtet gewesen, dass es das Unternehmen nicht geschafft habe, Personal für das sich abzeichnende Smartphone-Geschäft abzustellen, sagte Ballmer. Sich stärker um das Feld mobiler Geräte zu kümmern, "wäre besser gewesen für Windows und unseren Erfolg in anderen fremden Feldern", sagte Ballmer. Heute habe Microsoft "praktisch keinen Anteil" in dem milliardenschweren Zukunftsmarkt.
Auch Vista war ein Fehler
Ballmer hatte erst im August in einem Interview gesagt, Windows Vista sei sein grösster Fehler gewesen. Auch gestern räumte Ballmer ein, man habe Anfang der Nullerjahre zu stark in Windows Vista investiert und den Smartphone-Markt ausgeblendet.
Zweifelsohne hat Ballmer auch einige Sachen richtig gemacht, wie etwa das Geschäft mit Firmenkunden vorangetrieben. Office 365 sei ein Erfolg, hiess es gestern. Die Microsoft-Manager sagten gestern, man habe bereits 440 Firmenkunden zurückgewonnen, die zwischenzeitlich auf andere Produkte, etwa von Google, umgestiegen waren.
Neue Chance mit Nokia
Heute tut sich Microsoft noch immer schwer, im Markt für mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tabletcomputer Fuss zu fassen. Im Feld der Smartphones kooperiert Microsoft mit dem finnischen Konzern Nokia, dessen Handy-Sparte der US-Konzern im kommenden Jahr übernimmt. Microsoft stattet Smartphones von Nokia mit seinem Betriebssystem Windows Phone aus.
Ballmer hatte im Jahr 2000 die Führung des Konzerns von Microsoft-Gründer Bill Gates übernommen. Ende August kündigte er an, er werde innerhalb der kommenden zwölf Monate seinen Posten räumen. (sda/mim)

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