Was Telcos heute fürchten (sollten)

19. Mai 2014, 12:00
  • telco
image

Die zehn grössten Risiken für Telekommunikationsunternehmen.

Die zehn grössten Risiken für Telekommunikationsunternehmen.
Das Beratungsunternehmen Ernst & Young (EY) befasst sich in einer aktuellen Studie mit den schwerwiegendsten Businessrisiken, denen grosse Telekommunikationsunternehmen gegenwärtig gegenüber stehen. Die grösste aktuelle Gefahr, glaubt EY, ist ein falscher Umgang mit den Anbietern von sogenannten "Over-the-top"-Apps (OTT), welche zunehmend traditionelle Einnahmequellen gefährden. Dazu gehören zum Beispiel Kommunikationsapps wie WhatsApp oder Skype.
Die neuen Konkurrenten
"Die konstante Weiterentwicklung der Wertschöpfungskette zwingt die Branche dazu, enger mit OTT-Playern zusammenzuarbeiten", meint dazu André Schaub, Telecommunications Sector Leader bei EY Switzerland. OTT-Anbieter hätten in vielen Fällen Apps entwickelt, welche Kunden mehr ansprechen als traditionelle Services, zum Beispiel Messaging-Apps mit besseren interaktiven Funktionen als traditionelle SMS-Services. Die grosse Frage für Telcos sei es nun, so Schaub, ob sie versuchen, mit eigenen Apps diese Konkurrenten zu kopieren und zu schlagen, oder ob sie sich lieber mit ihnen zusammentun, um ihr Angebot für Kunden zu verbessern. Ein Beispiel für ersteres wäre Swisscom mit seiner "iO"-App.
Gesetzliche Unsicherheiten
Als zweitgrösstes Risiko bezeichnet Ernst & Young Unischerheiten in Bezug auf zukünftige regulatorische Gegebenheiten. Zum Beispiel ist es gegenwärtig sowohl in Europa als auch in den USA unklar, wie die künftigen Vorschriften bezüglich Netzneutralität aussehen werden. Das macht es für Telcos schwierig, langfristige Business-Pläne zu entwickeln.
Verlorenes Vetrauen
Eine weitere grosse Problemzone ist laut EY der Schutz der Privatsphäre sowie die Sicherheit von mobilen Geräten. Unter anderem aufgrund der Snowden-Enthüllungen ist in den letzten Jahren bei den Konsumenten viel Vetrauen verloren gegangen. Telcos, so EY, sollten in Sachen Privacy und Security proaktiver agieren, damit sie nicht immer nur auf Skandale und Sicherheitsprobleme reagieren müssen.
Weitere Business-Risiken
Weitere Hauptrisiken für Telcos gemäss der Top-10-Liste von EY sind:
4) erfolglose Initiativen, um die operative Agilität zu fördern.
5) ungenügende Datenintegrität, was die Chancen, vom Big-Data-Trend zu profitieren, schmälert.
6) fehlende Methoden, um den realen Erfolg von Transformationsprojekten zu messen.
7) mangelndes Verständnis der Kundenwünsche.
8) Unfähigkeit, die vorhandenen Netzwerkinfrastrukturen optimal zu nützen.
9) Schlecht definierte Übernahmestrategien.
10) Verpasste Innovationsmöglichkeiten. (hjm)

Loading

Mehr zum Thema

image

Meinung: Big-Tech-Beteiligung an Netzausbaukosten ist absurd

Das wäre, wie wenn sich Mercedes und VW sich am Strassenausbau oder Samsung und Miele am Stromnetzunterhalt beteiligen würden, kommentiert Chefredaktor Reto Vogt.

publiziert am 27.9.2022 3
image

Swisscom und EU-Telcos fordern Big-Tech-Beteiligung an Netzkosten

16 CEOs von europäischen Telekomunternehmen wollen, dass sich Google, Meta, Netflix & Co. am Netzausbau beteiligen. Die Forderung ist nicht neu, doch der Ton gewinnt an Schärfe.

publiziert am 26.9.2022
image

268 Millionen IPv4-Adressen sind verschwunden

Ein Forscher bezichtigt Adobe, Amazon und Verizon der unrechtmässigen Verwendung von reservierten IPv4-Adressen. Dadurch werden diese praktisch unbrauchbar.

publiziert am 20.9.2022
image

Huawei Schweiz ehrt seine "Partner des Jahres 2022"

Der chinesische Technologiekonzern betont bei der Award-Vergabe 2022 "bedeutende Projekte" der öffentlichen Hand.

publiziert am 20.9.2022