Web 2.0 im Cisco-Oberland

18. Juni 2007, 15:47
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An der Cisco-Expo in Interlaken ist Web 2.0 das Hauptthema.

An der Cisco-Expo in Interlaken ist Web 2.0 das Hauptthema.
Web 2.0 ist schon seit einiger Zeit Big Business - zumindest für Sites wie YouTube, MySpace, Flickr usw., die es "geschafft" haben. Immer mehr springen aber auch die grossen IT-Anbieter auf den Zug auf und versuchen, die neuen Kommunikations-Möglichkeiten für Unternehmenskunden schmackhaft zu machen. Auch Cisco stellte das Thema in den Mittelpunkt seiner gegenwärtig stattfindenden grossen Kunden- und Partnerkonferenz, der Cisco Expo 2007 in Interlaken.
Rick Moran, Ciscos Vice President Solutions Marketing, argumentierte in seiner Keynote zur Eröffnung einerseits mit den Vorteilen der Welt von Unified Communications, Kollaboration, Social Networking und Partizipation. Wissen kann deutlich einfacher als früher geteilt werden, über Landesgrenzen und Kontinente hinweg. Man ist potentiell immer "im Netz" usw. und kann andere wissen lassen, was man gerade tut und wie man am leichtesten erreichbar ist.
Ein gutes Beispiel, das Moran im persönlichen Gespräch mit inside-it.ch aufbrachte, ist lokale Produktentwicklung. Für viele Unternehmen macht es Sinn, gewisse Produkte von Leuten vor Ort in einer Region entwickeln zu lassen, welche die dortigen Verhältisse kennen. Gleichzeitig kann man über die neuen Kommunikaitionstools viel besser als früher sicherstellen, dass im Gesamtkonzern nicht doppelspurig gearbeitet und viele Dinge mehrmals entwickelt werden, und im Bedarfsfall einen Teil des Know-hows aus einer geografisch weit entfernten Region holen.
Moran führte aber auch einen zweiten Punkt an und argumentierte, ähnlich wie kürzlich Gartner, mit der Unvermeidlichkeit des Einzugs von Technologien in die Unternehmens-IT, an welche sich die Anwender zu Hause gewöhnt haben.
Die Generation der heute 9 bis 18-Jährigen, führte er zum Beispiel an, wird in den nächsten Jahren den grössten Zustrom an neuen Arbeitskräften in die Arbeitswelt seit den Babyboomern ausmachen - und diese Generation ist die Generation, die über Instant Messaging, Skype, MySpace usw. kommuniziert. In diesem Zusammenhang sprach Moran vom "Empowered End User", dem User also, der auf einmal viele Möglichkeiten in der Hand hat, über welche die zentrale IT weniger Kontrolle hat als bisher. Und den IT-Verantworlichen legte er ins Ohr: "Eure User wissen besser als Ihr, was sie brauchen."
Moran streifte auch die grosse Unsicherheit, welche das Web 2.0 mit sich bringt. Da gibt es viele Security-Probleme: Die Kontrolle über Unternehmenskommunikation wird deutlich schwieriger, wenn die Kommunikationskanäle der neuen Ära zugelassen werden. Viele Unternehmen machen sich insbesondere Sorgen um die Zukunft des intellektuellen Eigentums. Ausserdem gibt es grosse Datenschutzprobleme und - nicht unerheblich - wird man wohl eine neue Art finden müssen, wie man mit der auch im Vergleich zur Handyära noch einmal deutlich gesteigerten dauernden Erreichbarkeit umgeht und eine neue Balance zwischen Privatleben und Arbeit findet. "Hide me", oder mehr oder weniger strikte Variationen der gleichen Funktion meinte Moran, könnte eine der wichtigsten Funktionen von zukünftigen Web-2.0 Applikationen sein.
Wieso aber, muss man sich fragen, wird "Web 2.0" überhaupt an einer Cisco-Veranstaltung diskutiert? Manches war interessant, viele der Statements blieben aber auch wolkig - irgendwie fehlte die Nähe zu konkreten, neuen Anwendungen und Produkten. Aber natürlich hat Cisco Gründe, das Modethema in den Vrodergrund zu rücken. Einerseits stellt Cisco natürlich Netzwerkinfrastruktur her, die darunter liegt - hier liefert Web 2.0 neue Argumente für die Erhöhung der Bandbreiten (vor allem wenn Voice oder Video eingebunden wird) und der Verfügbarkeit von Infrasttrukturen. Aber (Produkte)-Neuigkeiten zum Thema hatte Cisco heute nicht zu bieten. Propagiert werden unter dem Schlagwort hauptsächlich Produkte aus dem Bereich Unified Communications, wie man sie von Cisco schon seit längerem kennt, sowie das vor rund einem halben Jahr lancierte "Telepresence"-Videokonferenz-System. (Hans Jörg Maron)
(Bild: Stimmungsbild aus dem Casino Kursaal in Interlaken)

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