WEF nennt Cybersecurity ein "Top-Thema" in der Coronakrise

22. Mai 2020, 13:07
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Ein neuer Report des WEF zeigt Hauptrisiken und Herausforderungen der Corona-Pandemie auf. Sicherheitsfragen stehen dabei weit oben.

Der Bericht "Covid-19 Risks Outlook" des Weltwirtschaftsforums basiert auf den Einschätzungen von "350 der weltweit führenden Risikoprofis". Es überrasche dabei nicht, dass wirtschaftliche Risiken als die herausforderndsten Folgen der Pandemie angesehen werden und die Risikowahrnehmung der Unternehmen dominieren, schreibt das WEF.
Eine anhaltende globale Rezession stehe ganz oben auf der Liste der am meisten gefürchteten Risiken, dicht gefolgt von Konkursen, Branchenkonsolidierung, mangelnder Erholung der Industrien und einer Unterbrechung der Lieferketten.
Fast 38 Prozent der Befragten sagen aber auch, dass veränderte Arbeitsmuster die Cybersicherheit ins Zentrum rücken und zu mehr Betrugsvorfällen führen werden. "Der ständige Informationsfluss über den Virus, begleitet von Angst und Verwirrung, hat die Möglichkeiten für Cyberkriminelle, Malware, Lösegeld- und Phishing-Betrügereien zu verbreiten, vervielfacht", sagt Algirde Pipikaite, die Projektleiterin Cybersecurity des WEF.

Verwischung zwischen Unternehmens- und Privatsystemen

Die digitale Unternehmensinfrastruktur, die normalerweise die meisten Organisationen mit mehreren Sicherheitsebenen schützt, sei viel schwieriger zu verwalten, während die Mehrheit der Mitarbeitenden im Homeoffice arbeite, so Pipikaite weiter. Eine Verwischung der Trennlinie zwischen Unternehmens- und Privatsystemen erhöhe das Risiko, sensible Informationen, die nicht angemessen gesichert und überwacht werden, auf persönlichen Geräten und Heimnetzwerken preiszugeben.
"Die mit Insider-Bedrohungen verbundenen Risiken nehmen ebenfalls zu, da sie durch Unmut gegenüber Entlassungen und Kostensenkungsmassnahmen motiviert sein können", ergänzt Pipikaite.

Ein komplexes Umfeld wird noch komplexer

Tom Fuhrman, Managing Director Cybersecurity Consulting and Advisory Services bei Marsh & McLennan, der an der Umfrage beteiligt war, erklärt: "Der rasche Wechsel zu einer im Homeoffice arbeitenden Belegschaft und zu Online-Operationen während der Covid-19-Pandemie hat ein komplexes Umfeld nur noch komplexer gemacht." Während Unternehmen daran arbeiten würden, ihre neuen IT-Umgebungen zu sichern, würden Hacker gleichzeitig versuchen, den durch die Coronakrise bedingten Stress auszunutzen.
Fuhrman nennt drei Trends, die Sicherheitsprofis als Folge der Corona-Pandemie beachten sollten:
  • "Zunahme des elektronischen Handels": Viele Unternehmen würden wahrscheinlich ihre E-Commerce-Strategien weiterentwickeln und ausbauen.
  • "Fokus auf mobile Datenanwendungen": Die zunehmende Digitalisierung persönlicher Daten werde Teil vieler bestehender und neuer Geschäftsmodelle sein und Hacker geradezu anziehen.
  • "Gang in die Cloud": Weitere Unternehmen würden ihre Unternehmensdaten auf Cloud-Dienste umstellen. Dabei würden diese häufig keine angemessenen Sicherheitsmassnahmen für ihre Daten in der Cloud implementieren und bessere Verwaltungskontrollen für Cloud-Dienste benötigen.

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