Wegen Corona: Temenos senkt Umsatz-Prognose

14. April 2020, 09:40
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Schon im ersten Quartal war der Temenos-Umsatz deutlich rückläufig. Der CEO und der Verwaltungsrats-Präsident akzeptieren gesenkte Gehälter.

Der Bankensoftwarespezialist Temenos hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs deutlich weniger Umsatz erwirtschaftet und weniger verdient als im Vergleichszeitraum vor einem Jahr. Belastet wurde vor allem das Geschäft mit dem Verkauf von Softwarelizenzen. Die Prognosen für das Gesamtjahr passt die Gruppe wegen der Coronakrise nach unten an. 
Der von Temenos in den ersten drei Monaten 2020 erzielte Umsatz (Non-IFRS) ging um 5% auf 193,7 Millionen US-Dollar zurück, wie der Genfer Softwarehersteller mitteilt. Stark rückläufig war dabei der Umsatz mit Softwarelizenzen, der sich gegenüber dem Vorjahr beinahe halbierte und noch 33,6 Millionen Dollar betrug.
Die rückläufigen Umsätze machten sich auch im Ergebnis bemerkbar. Der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern fiel um rund 10 Millionen auf 39,4 Millionen Dollar. Die entsprechende Marge nahm um knapp 4 Prozentpunkte auf 20,4% ab. Unter dem Strich verblieb je Aktie noch ein Gewinn in der Höhe von 0,39 nach 0,52 Dollar.
Damit hat Temenos im ersten Quartal klar schlechter abgeschnitten als erwartet. Die Analysten hatten im Schnitt  mit einem Umsatz in Höhe von 246 Millionen Dollar und einem EBIT von 64,9 Millionen gerechnet.

Prognosen gesenkt

Der Verkauf von Lizenzen sei insbesondere im März stark durch die Krise rund um das Coronavirus belastet worden, so Temenos. Dies habe sich in erster Linie im Geschäft in Asien und Europa gezeigt, während die Aktivitäten in den USA weniger stark betroffen gewesen seien.
Das Geschäftsmodell von Temenos sei jedoch widerstandsfähig. Beinahe die Hälfte der Kosten seien Fixkosten. Auch in Krisen wie dieser sei die Visibilität für künftige Ergebnisse und Geldflüsse gut.
Dennoch senkt Temenos die Prognosen für das laufende Jahr, hofft aber weiterhin auf Wachstum. Aktuell wird noch ein Umsatzwachstum von mindestens 13% und einem EBIT-Zuwachs von 7% oder höher erwartet.
Noch im Februar wurde ein Wachstum der Verkäufe im Bereich von 16% bis 20% in Aussicht gestellt.
Mit Blick auf die Coronakrise haben sich CEO Max Chuard und Verwaltungsratspräsident Andreas Andreades derweil bereit erklärt, auf die Hälfte des Lohnes und der Vergütung zu verzichten. Die Gehälter der anderen Mitglieder der Geschäftsleitung würden für den Rest des Jahres 2020 um einen Viertel gekürzt, so Temenos.

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