Wegen IT: Vadian Bank verlässt RBA-Verbund

22. Juni 2009, 14:48
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Die eher kleinere Regionalbank Vadian Bank will den anstehenden Plattform-Wechsel der RBA-Gruppe zum Anlass nehmen, sich bezüglich Informatik "neu zu orientieren." Noch ist nicht entschieden, welche Bankensoftware in Zukunft zum Einsatz kommen wird. Mit Finnova wäre man grundsätzlich einverstanden.

Die eher kleinere Regionalbank Vadian Bank will den anstehenden Plattform-Wechsel der RBA-Gruppe zum Anlass nehmen, sich bezüglich Informatik "neu zu orientieren." Noch ist nicht entschieden, welche Bankensoftware in Zukunft zum Einsatz kommen wird. Mit Finnova wäre man grundsätzlich einverstanden.
Die St. Galler Vadian Bank hat Ende vergangener Woche mitgeteilt, dass sie die Regional Banken Holding (RBA) per Ende 2010 verlassen wird. Die Mitgliedschaft bei der RBA sei "vorsorglich gekündigt" worden, weil sich die Kräfteverhältnisse "sehr stark zulasten der kleinen Banken verschoben" hätten, schreibt die Bank, die Kundenvermögen in der Höhe von rund einer halben Milliarde Franken verwaltet.
Schlechte Vertragsbedingungen
Hintergrund des geplanten Ausstiegs ist der Wechsel der RBA-Gruppe auf die Bankensoftware von Finnova. Den anstehenden IT-Wechsel will die Vadian Bank deshalb zum Anlass nehmen, sich bezüglich Informatik "neu zu orientieren." Kundinnen und Kunden sowie Mitarbeitende der Vadian Bank seien von diesem Entscheid nicht betroffen, da "gegebenenfalls bis Ende 2010 eine neue Informatik implementiert wird, die den Kundenbedürfnissen und Prozessen noch besser gerecht wird", heisst es in der Mitteilung.
Der Chef der Vadian Bank, Walter Ernst, erklärt gegenüber inside-it.ch, dass es nicht um die Technologie von Finnova gehe, sondern um die Vertragsbedingungen. Ernst ortet bei der RBA einerseits eingeschränkte Mitwirkungsmöglichkeiten und andererseits immer bedeutendere Verpflichtungen. Die Migration auf die Bankensoftware von Finnova, die Ernst grundsätzlich gut findet, erfolgt bei der RBA-Gruppe voraussichtlich 2012. Die Verträge laufen bis 2017 und damit für die Vadian Bank zu lange.
Mehrere Möglichkeiten
Gemäss Ernst gibt es nun mehrere Möglichkeiten, wie es weitergehen soll. Plausibel scheint ein Vorgehen wie bei den "Avance"-Banken. Die drei Ostschweizer Regionalbanken Alpha Rheintal Bank, Bank CA St. Gallen und swissregiobank hatten Anfang 2008 den Austritt aus der RBA-Gruppe bekannt gegeben.
Vadian-Bank-Chef Walter Ernst wollte eine eventuelle Migration auf eine andere Bankensoftware nicht ausschliessen. (Maurizio Minetti)

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