Weissbuch: Schweizer PC-Markt stagniert

7. Februar 2008, 09:12
  • channel
  • hp
image

Obwohl letztes Jahr fast 10 Prozent mehr PCs und Notebooks verkauft wurde, stagnierte der Markt wertmässig. HP, Acer und Apple sind die Gewinner, Dell hat ein Problem. "Vista nach wie vor kein Thema in Unternehmen."

2007 gingen fast 1,5 Millionen PCs und Notebooks über die Schweizer Ladentische. Erstmals wurden letztes Jahr mehr mobile Geräte als klassische PCs verkauft. Grafik: (c) by Robert Weiss. Dunkelblau: Notebooks, hellblau: Destop-Systeme.
Bereits zum 19. Mal (!) stellte Marktforscher Robert Weiss heute morgen in Zürch-Glattbrugg die neuesten Zahlen zur Entwicklung des Schweizer PC-Markts vor. 2007 wurden in der Schweiz gemäss Weiss PCs und Notebooks im Wert von knapp zwei Milliarden Franken verkauft. In Stückzahlen gerechnet, wuchs der Markt zwar um schöne 8,8 Prozent, doch sanken die Durchschnittspreise im Gleichtakt. Stark gewachsen ist hingegen der Absatz von kleinen Servern und von Peripheriegeräten wie Druckern und Bildschirmen.
Der Gewinner im Schweizer PC-Markt ist schnell ermittelt: Hewlett-Packard. HP dominiert den Markt in fast allen Teilsegmenten bei weitem. Direktverkäufer Dell hat hingegen massiv Marktanteile verloren und hält sich nur noch knapp auf Rang 2 vor Acer und Apple. Klare Verlierer im Schweizer PC-Geschäft sind auch die lokalen Anbieter, die Assemblierer. Ihr Anteil am Gesamtgeschäft liegt nur noch knapp über 10 Prozent. Ingesamt verkauften die lokalen Hersteller letztes Jahr 30'000 Systeme weniger als 2006. Gemäss Robert Weiss haben Assemblierer die grössten Probleme, mit den Preisen der grossen Anbieter wie HP und Acer mitzuhalten. Angeblich, so Weiss, werden Notebooks, die über den Retailkanal vertrieben werden, pro Stück mit etwa 200 Franken subventioniert. Auch im Markt für kleine Server verloren die lokalen Anbieter massiv Marktanteile, während einige wenige Hersteller (Steg, Brack, Littlebit) wenigstens im Desktop-PC-Markt im Konzert der "Grossen" mitspielen konnten.
Vista "kein Thema im Unternehmen"
Mit ein Grund für die wertmässige Stagnation des Schweizer PC-Geschäfts ist gemäss Weiss, dass Windows Vista in Schweizer Unternehmen "kein Thema" ist. Er habe sich mit seiner letztjährigen Prognose, arg verhauen, gab Weiss freimütig zu. Vor einem Jahr glaubte er noch, dass Windows Vista dem Schweizer PC- und insbesonders dem Notebook-Markt Schub verleihen würde.
2007 wurden übrigens erstmals in der Schweiz mehr mobile Geräte als PCs verkauft. Insgesamt gibt es heute gemäss Weiss 6'930'000 PC-Systeme in der Schweiz. In den Firmen stehen pro Erwerbstätigen übrigens bereis 1,4 PCs zur Verfügung.
Die Rangliste der Hersteller
Hier die Rangliste der PC-Hersteller in der Schweiz über alle Segmente gesehen. In Klammer: Die erste Zahl die Veränderung des Absatzes in Stückzahlen, die zweite Zahl zeigt den aktuellen Marktanteil des jeweiligen Anbieters.

  1. HP (+ 22 %, 27,7 %)
  2. Übrige (- 24,8 %, 11,4 %)

Grafik oben: (c) by Robert Weiss. Dunkelblau: Notebooks, hellblau: Destop-Systeme.
(Christoph Hugenschmidt)

Loading

Mehr zum Thema

image

Green schliesst Refinanzierung über 480 Millionen Franken ab

Mit dem eingenommenen Kapital soll vor allem in den Ausbau der Infrastruktur investiert werden. Damit will der Provider seine Marktposition stärken.

publiziert am 1.12.2022
image

Hürlimann Informatik spannt mit Ategra zusammen

Hürlimann nimmt die Gever-Plattform Egeko von Ategra in sein Portfolio auf.

publiziert am 1.12.2022
image

Halbleiter-Umsätze werden sinken

Gartner prognostiziert einen Rückgang im Halbleiter-Markt. Die wirtschaftlichen Herausforderungen und die geschwächte Nachfrage würden sich negativ auswirken.

publiziert am 30.11.2022
image

Nächste Swisscom-Niederlage im Glasfaserstreit

Das Bundesgericht bestätigt das Urteil der Vorinstanz. Doch erstens steht das wesentlich wichtigere Urteil im Glasfaserstreit noch aus und zweitens tut Swisscom die Entschädigungszahlung nicht weh.

publiziert am 30.11.2022 5