Weiterhin tiefrote Zahlen bei Myriad

30. März 2011, 10:13
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Der Verlust des französischen Grosskunden Sagem Wireless hat sich deutlich negativ auf den Umsatz und die Profitabilität des Schweizer Handy-Softwareherstellers Myriad aus Dübendorf bei Zürich ausgewirkt.

Der Verlust des französischen Grosskunden Sagem Wireless hat sich deutlich negativ auf den Umsatz und die Profitabilität des Schweizer Handy-Softwareherstellers Myriad aus Dübendorf bei Zürich ausgewirkt. Durch den Verkauf einiger Patente, der einen ausserordentlichen Gewinn von 18,3 Millionen Dollar in die Kasse des Softwareherstellers spülte, konnte der Nettoverlust letztes Jahr zumindest auf 32,9 Millionen Dollar begrenzt werden. Ein Jahr zuvor lag er noch bei 55,7 Millionen Dollar. Laut eigenen Aussagen hat Myriad über 3,8 Milliarden Softwareanwendungen verkauft, die auf mehr als 2,2 Milliarden Mobiltelefonen laufen.
Der Umsatz ist um 4,2 Prozent auf 101,0 Millionen Dollar gesunken, der EBITDA vor Restrukturierungskosten um fast ein Drittel auf 11,3 Millionen Dollar. Auf Pro-Forma-Basis und auf zwölf Monate hochgerechnet ergab sich 2010 einschliesslich der Übernahme von Purple Labs ein Umsatz in Höhe von 125,8 Millionen Dollar, ein EBITDA (vor Restrukturierungskosten) von 25 Millionen Dollar und ein Nettoverlust von 51,4 Millionen Dollar.
Der schrittweise Rückzug und im September 2010 dann jähe Komplettabsprung des maroden franzözischen Grosskunden Sagem Wireless, der im Berichtsjahr immer noch 36 Prozent des Umsatzes einbrachte, spiegelte sich auch in den Zahlen für den Auftragsbestand wider. Das Volumen ist auf Pro-Forma-Basis innerhalb eines Jahres von 127,7 Millionen auf 31,4 Millionen geschrumpft. Die Bruttomarge von 66,7 Prozent und der Bruttogewinn von 67,3 Millionen Dollar können sich trotz des Verlusts von Sagem Mobile als Grosskunden immer noch sehen lassen. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sind von 39,1 auf 32,6 Millionen Dollar zwar zurückgegangen, prozentual zum Umsatz aber leicht auf einen Anteil von 32,3 Prozent gestiegen. Die Eigenkapitalquote gibt das Unternehmen mit 48 Prozent an, nach 56 Prozent 2009.
Die Grosskunden Sony Ericsson, Motorola, LG, Samsung und KDDI trugen im Berichtszeitraum zu 39 Prozent zum Umsatz bei, Orange und Telefónica zu 9 Prozent. Auf letzteren setzt Myriad grosse Hoffnungen für das Lateinamerikageschäft. Auch wolle sich das Unternehmen nach dem Verlust des Grosskunden Sagem Mobile im laufenden Fiskaljahr 2011 wieder mehr aufs Kerngeschäft konzentrieren. Zusätzliche Aufträge verspreche man sich von Social-Network-Services, darüber hinaus wolle man auch in neue Geschäftsbereiche wie Set-top-Boxen und Unterhaltungselektronik vorstossen, wie das Unternehmen mitteilte. (Klaus Hauptfleisch)

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