Weiterhin Wachstum für SAP Schweiz

26. Januar 2011, 15:24
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Aber das Stammgeschäft ERP ist nicht mehr der Wachstumstreiber.

Aber das Stammgeschäft ERP ist nicht mehr der Wachstumstreiber.
Mit einem Umsatz von 664,9 Millionen Franken hat SAP Schweiz, trotz seines bereits sehr hohen Marktanteils insbesondere bei Grosskunden, im Jahr 2010 gut vier Prozent gegenüber dem Vorjahr (638 Millionen Franken) zulegen können. (Gewinnzahlen werden für die Schweiz nicht ausgewisen). Besonders hebt SAP Schweiz die Umsätze von 487,3 Millionen Franken im Bereich Software und Software-bezogene Services einschliesslich Support als wichtigste Einzelposten hervor. Im 2010 sind zudem zehn neue Stellen geschaffen worden, so dass man hierzulande nun 541 Mitarbeitende beschäftigt.
Konzern mit Rekordquartal – profitiert von Euroschwäche
Weltweit ist im vergangenen Jahr sogar ein Umsatzwachstum von 17 Prozent (12,5 Milliarden Euro) erwirtschaftet worden; der operative Gewinn betrug 3,9 Milliarden Euro. Besonders glänzen konnte SAP mit einem Rekordergebnis im vierten Quartal 2010: Die Software-Erlöse kletterten um 35 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Als Treiber dieser positiven Entwicklung nennt eine Mitteilung aus der Schweizer Dependance rückblickend die Themen BI (Business Intelligence) und Enterprise Information Management. Der neue Schweiz-Chef von SAP, Stefan Höchbauer, sieht für die Zukunft das Thema Virtualisierung als wichtigen Trend voraus.
Frank Naujoks, Analyst bei i2S Consulting in Zürich, meint mit Blick auf das sehr gute vierte Quartal, dass SAP die guten Zahlen teilweise der Euroschwäche zu verdanken habe. "10 Prozentpunkte des Wachstums gehen auf Veränderungen des Euro-Wechselkurses zurück", hält er fest. SAP profitiere massiv von der Euro-Schwäche und dem gleichzeitigen Anstieg von Umsätzen aus dem Nicht-Euro-Raum.
Rechne man die Umsatzanteile von Sybase aus den Quartalszahlen heraus und ausserdem die Wechselkurseinflüsse, bliebe noch ein Wachstum von 13 Prozent. Laut Naujoks sehe es für das Gesamtjahr im Konzern ähnlich aus: Die Softwareerlöse stiegen zwar um 25 Prozent auf 3,27 Milliarden Euro, ohne Wechselkurseinflüsse entspräche dies noch einem Anstieg um 16 Prozent.
Das Stammgeschäft mit ERP stagniert
Insgesamt kommt der Analyst dann zu dem Schluss, dass "das Wachstum nicht aus dem Stammgeschäft ERP-Software" komme. Das Umsatzwachstum in der Schweiz sei dafür exemplarisch. Vielmehr seien die ERP ergänzenden Systeme die Wachstumstreiber: Neben BI und Enterprise Information Management, verzeichnete SAP Schweiz eine hohe Nachfrage für Lösungen wie Cash- und Treasury Management, Invoice Management sowie Enterprise Performance Management.
Naujoks prognostiziert: "SAP muss sich vom klassischen ERP-Geschäft zunehmend lösen. Die Anzahl der Neuevaluationen von ERP-Software wird in den nächsten Jahren deutlich zurückgehen". Zwar sei SAP mit den Zukäufen von Business Objects gut vertreten, doch im Gegensatz zu Microsoft mit Office und Windows oder Oracle mit Datenbanken fehlten bei SAP "die kontinuierlichen und margenträchtigen Umsätze aus dem Stammgeschäft".
Das derzeitige gute Konzernergebnis steht bekanntlich noch von einer ganz anderen Seiten her unter Druck: Beim Rechtsstreit mit Oracle über Schadenersatzzahlungen für Ex-TomorrowNow sind im letzten Quartal 2010 erneut 933 Millionen Euro zurückgestellt worden – 2009 waren es bereits 49 Millionen Euro. (vri/hjm)
(Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel wurde einige Tage nach der ersten Publikation aufgrund von berechtiger Kritik an gewissen Formulierungen in einigen Punkten geändert.)

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