Weko büsst HCI Solutions

21. März 2017, 12:44
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Weil die Tochter des Arzneimittelherstellers und Gesundheitsdienstleisters Galenica bei der Kommerzialisierung von elektronischen Medikamenteninformationen in der Schweiz eine marktbeherrschende Position inne- und diese missbraucht hat, soll sie nun 4,5 Millionen Franken Busse zahlen.

Weil die Tochter des Arzneimittelherstellers und Gesundheitsdienstleisters Galenica bei der Kommerzialisierung von elektronischen Medikamenteninformationen in der Schweiz eine marktbeherrschende Position inne- und diese missbraucht hat, soll sie nun 4,5 Millionen Franken Busse zahlen. Das teilt die Weko (Wettbewerbskommision) soeben mit. Innerhalb der Galenica Gruppe ist die betroffene HCI Solutions Teil von Galenica Santé. Erschwert habe sie der Konkurrenz den Zugang zum Markt und von ihren Handelspartnern den Kauf gekoppelter Dienstleistungen erzwungen, heisst es weiter.
Zur Schliessung des Marktes habe beigetragen, dass HCI Solutions seit 2012 in ihre Verträge mit Softwarehäusern systematisch Klauseln aufgenommen hat, die das Ziel verfolgten, die Verwendung von Datenbanken anderer Anbieter zu verhindern. Sie hätten sich somit nicht auf dem Markt etablieren können. Andererseits habe HCI Solutions den Pharmaherstellern die Aufnahme von deren Medikamenteninformationen in ihre Datenbanken nur gekoppelt mit weiteren Dienstleistungen angeboten.
Weil Grossisten, Spitäler, Apotheken, Ärzte und Drogerien beim Vertrieb, der Abgabe und Abrechnung von in der Schweiz zugelassenen Medikamenten aber auf elektronische Medikamenteninformationen angewiesen sind, sei der Zugang zu diesen Informationen über die heute gebräuchlichen Informatiksysteme essentiell für das Funktionieren des Marktes. Ist ein solcher nicht mehr gewährleistet, ist der Zugang zu Medikamenten seitens der Abgabestellen und damit letztlich auch seitens der Patienten gefährdet, so die Weko.
Galenica und damit HCI Solutions selbst schätzen die Weko-Verfügung als "sachlich und rechtlich falsch" ein. Deshalb werde man die Verfügung ans Bundesverwaltungsgericht weiterziehen, teilt das Unternehmen ebenfalls heute mit. Der Weko-Entscheid gegen HCI Solutions, die im Wesentlichen als Logistik-Unternehmen von Galenica agiere, sei nicht rechtskräftig, wird weiter betont. Er habe weder Einfluss auf das Geschäftsmodell noch auf den geplanten Börsengang. (vri)

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