Weko prüft Werbeallianz von Swisscom, SRG und Ringier

10. September 2015, 08:48
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Die Eidg.

Die Eidg. Wettbewerbskommission (Weko) hat in den nächsten vier Monaten einen Fall zu prüfen, der in der Schweizer Medienlandschaft bereits hohe Wellen geschlagen hat: Das noch namenlose Gemeinschaftsunternehmen von Swisscom, SRG und Ringier, in dem diese ihren Werbeverkauf bündeln wollen.
Dazu muss nun aber erst die Weko ihre Einwilligung geben: Sie werde den Zusammenschluss "vertieft prüfen", heisst es in einer Mitteilung von heute. Die vorläufige Prüfung habe ergeben, dass die Zusammenarbeit bei der zielgruppenspezifischen TV-Werbung zu einer marktbeherrschenden Stellung führen oder diese verstärken könnte. Dafür bestünden Anhaltspunkte.
Von den einen als innovative Lösung gelobt, von andern als medienpolitisch höchst bedenklich gerügt, hat das Vorhaben seit der Vorstellung vor einem Monat für heftige Turbulenzen gesorgt. So führte es zum Austritt von Ringier aus dem Verband Schweizer Medien (VSM).
Swisscom, SRG und Ringier wollen mit dem Joint Venture internationalen Online-Riesen wie Google oder Facebook auf dem Werbemarkt die Stirn bieten. Diese sind stark in der Datenauswertung und können so personalisierte Werbung verkaufen.
Mit ihrem Gemeinschaftsunternehmen planen die beiden Medienhäuser und das Telekomunternehmen ebenfalls solche auf die Zielgruppe zugeschnittene Werbung anzubieten, etwa im Fernsehen. Alle drei Unternehmen wollen ihre Nutzerdaten in die neue Firma einbringen, die Swisscom zudem ihr technisches Knowhow, die SRG
und Ringier ihre Werbeplattformen. (sda/hjm)

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