Weko segnet Sunrise-UPC-Deal ab, Freenet ist strikte dagegen

26. September 2019, 09:36
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Sunrise hat von der Schweizer Wettbewerbskommission (Weko) grünes Licht zum milliardenteuren Kauf von UPC bekommen.

Sunrise hat von der Schweizer Wettbewerbskommission (Weko) grünes Licht zum milliardenteuren Kauf von UPC bekommen. Die Genehmigung wurde ohne Bedingungen oder Auflagen erteilt.
Sunrise werde mit dem Deal zum zweitgrössten Telekommunternehmen der Schweiz, hiess es in einer Mitteilung der Weko. Aber der Zusammenschluss werde nicht zu einer gemeinsamen Marktbeherrschung mit Swisscom führen. Die Übernahmekommission erwarte sogar eine Belebung des Wettbewerbs.
Sunrise rechnet nun bis Ende November 2019 mit dem Vollzug der Transaktion. Zuvor aber muss innert 30 Tagen eine ausserordentliche Generalversammlung durchgeführt werden, an der die Aktionäre über die Transaktion abstimmen.
Die Sunrise-Aktionäre müssten dafür einer Kapitalerhöhung zustimmen. Ursprünglich war eine Erhöhung um 4,1 Milliarden Franken geplant. Kürzlich hat der Sunrise-CEO Olaf Swantee aber in der 'Finanz und Wirtschaft' erklärt, dass man sich eine Reduzierung der Kapitalerhöhung vorstellen könnte. Dann müsste sich Sunrise aber stärker verschulden, um den Kaufpreis von 6,3 Milliarden Franken zu finanzieren.
Weiterhin strikt gegen den Deal ist der grösste Sunrise-Aktionär Freenet, der knapp 25 Prozent der Aktien hält. Der deutsche Telco hat sich zunächst vor allem an der Finanzierung des Kaufs durch Kapitalerhöhung gestört. Da Freenet die Mittel fehlen, um zusätzliche Sunrise-Aktien in grossen Mengen zu kaufen, würde sein Aktienanteil und damit sein Einfluss bei Sunrise sinken, schreibt die 'Handelszeitung'. Auch eine geringere Kapitalerhöhung sei für Freenet kein Grund, dem Deal nun zuzustimmen.
Ausserdem, so sagte der Freenet-Chef und Sunrise-Verwaltungsrat Christoph Vilanek der 'Handelszeitung', mache der Deal auch wirtschaftlich keinen Sinn. "Die industrielle Logik für die UPC-Transaktion ist heute nicht mehr gegeben. 5G ist mittlerweile ein ernst zu nehmender Kabelnetzersatz." Man habe, als der Deal vereinbart wurde, das Potential von 5G als Festnetzersatz unterschätzt. "Sunrise würde also bei einer Übernahme der UPC Schweiz in eine bereits veraltete Technologie investieren".
Bei einer Übernahme würde ein Teil der UPC-Festnetzkunden auf ein 5G-Ersatzabo wechseln. Damit würde der Deal schlicht nicht mehr rentabel sein. (hjm)

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