Welche Blogger habt ihr im Sack, Oracle und Google?

9. August 2012, 13:52
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Den beiden Streithähnen Oracle und Google ist diese Woche überraschende Post in Haus geflattert.

Den beiden Streithähnen Oracle und Google ist diese Woche überraschende Post in Haus geflattert. Erst kürzlich haben die Geschworenen in einem von Oracle angestrengten Prozess entschieden, dass Google im Handy-Betriebssystem Android keine Oracle-Patente verletzt habe. Wie 'Reuters' berichtet, hat nun am Dienstag der zuständige US-Distriktrichter Richter William Oracle und Google dazu aufgefordert bis Ende nächster Woche offenzulegen, ob, und wenn ja welche Blogger, Journalisten oder andere Kommentatoren sie für Berichte zum Prozess bezahlt haben oder bezahlen werden.
Die Information wäre laut Alsup nützlich, falls es zu einer Berufung kommt, und soll klar machen, ob gewisse Artikel, Analysen oder Kommentare zum Prozess von finanziellen Interessen beinflusst worden sein könnten.
Einige Beobachter kritisieren laut Reuters, dass die richterliche Anordnung sehr breit gefasst sei. So sei es beispielsweise unklar, ob es neben Direktzahlungen reichen würde, wenn jemand bei einem Unternehmen angestellt ist, das seinerseits finanzielle Beziehungen zu Google oder Oracle unterhält. Laut Eric Goldman, einem von 'Reuters' befragten Rechtsexperten hat Richter Alsup zudem absolutes Neuland betreten: "So etwas habe ich noch nie gesehen." Goldman, der in seinem Blog über den Prozess schrieb, glaubt, dass zum Beispiel auch er auf diese Liste kommen könnte, da auf seinem Blog Google-Ads publiziert wreden.
Der bekannte Patentrechtsexperte Florian Müller, der sich öfter zum Prozess geäussert hat, hatte kurz nach Prozessbeginn offen gelegt, dass ihn Oracle kurz zuvor als Berater angeheuert hat. Dies beeinflusse seine Analysen aber nicht. Laut einem Bericht der BBC gibt es einige Blogger, die für Berichte Geld erhalten haben. Von Google ist bekannt, dass der Suchmaschinenriese die Electronic Frontier Foundation (EFF), die sich auch geäussert hat, in der Vergangenheit mit Geldspenden unterstützt hat.
Oracle erklärte in einer ersten Reaktion, dass man schon immer alle finanziellen Verbindungen offen gelegt habe, und dass es nun an der Zeit sei für Google, das auch zu tun. Google erklärte, dass man der Anordnung selbstverständlich nachkommen werde. (Hans Jörg Maron)
(Interessenbindung: Weder Google noch Oracle haben den Autor dieses Artikels bezahlt. Oracle ist ein Werbekunde unseres Verlags.)

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