Welche PC-Hersteller überleben den Sturm?

17. November 2008 um 16:21
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Hewlett-Packard ist angesichts einer drohenden weltweiten Rezession am besten aufgestellt. Dell dürfte mit wenigen Kratzern davonkommen. Bei Acer, Lenovo und Toshiba gibt es eher Fragezeichen.

Hewlett-Packard ist angesichts einer drohenden weltweiten Rezession am besten aufgestellt. Dell dürfte mit wenigen Kratzern davonkommen. Bei Acer, Lenovo und Toshiba gibt es eher Fragezeichen.
Die US-amerikanische Branchensite 'Cnet.com' hat die fünf grössten PC-Hersteller der Welt - HP, Dell, Acer, Lenovo und Toshiba - unter die Lupe genommen und in einem am vergangenen Freitag erschienenen Artikel versucht zu eruieren, wer von diesen fünf am besten den konjunkturellen Sturm überleben wird. Angesichts der Tatsache, dass sich nicht nur die USA, sondern auch die Eurozone, Japan und andere Länder in einer Rezession befinden, ist es durchaus denkbar, dass sich die Rangliste der Top 5 in den kommenden Monaten dramatisch verändern wird. 'Cnet.com' spricht von einer bevorstehenden Marktebereinigung ("shakeout").
HP robuster als Dell
Nicht überraschend gehen Beobachter davon aus, dass die momentane Nummer eins am besten gewappnet ist. Hewlett-Packard verfügt über ein sehr diversifiziertes Portfolio: Computer für Enduser, KMU und Grossfirmen, Server, Storage, Drucker. Ein Drittel des Umsatzes erwirtschaftet HP mittlerweile mit Software, Services und Enterprise Storage. HP ist zudem nicht nur in "gesättigten" Märkten sondern auch in wachsenden Regionen wie Lateinamerika, Osteuropa und im Nahen Osten präsent. 'Cnet.com' glaubt, dass HP die Preise etwas nach unten schrauben wird und sich vor allem auch auf die günstigen Netbooks konzentrieren wird, um den konjunkturellen Sturm unbeschadet zu überstehen.
Der texanische Rivale Dell, der vor zwei Jahren von HP als globale Nummer eins abgelöst wurde. Dieser Umstand wird als Vorteil angesehen, denn Dell hat sein direktes Vertriebsmodell erweitert und verkauft seine Produkte nun auch indirekt über Händler. Zudem verschob sich der Fokus von den USA auf die Schwellenländer China und Indien - und auch Dell ist auf den Netbook-Zug aufgesprungen. Als "aussichtsreich" bewertet 'Cnet.com' die Tatsache, dass Dell die Hälfte des Umsatzes ausserhalb der USA erwirtschaftet. Dell sei aber immer noch ein Unternehmen im Wandel und deshalb nicht so gut wie HP positioniert.
Das asiatische Trio
Die Zukunft des PC-Herstellers, der mehr als alle anderen vier auf den Netbook-Boom gesetzt hat, ist für Beobachter schwer einzuschätzen. Acer habe zwar Marktanteile hinzugewonnen und damit HP und Dell unter Druck gesetzt, doch die tiefen Netbook-Preise würden längerfristig Acers Profitabilität schaden. In schwierigen wirtschaftlichen Zeiten sei es zwar geschickt, günstige Computer zu verkaufen, doch gleichzeitig müsse sich Acer auch auf höhermargige High-End-Produkte konzentrieren, meinen Beobachter.
Laut 'Cnet.com' hat der chinesische PC-Bauer Lenovo die schlechtesten Aussichten. Das Unternehmen hat denn auch vor zehn Tagen mit einem heftigen Gewinneinbruch die Analysten erschreckt. Zwar ist Lenovo im Wachstumsmarkt China führend, doch der Fokus auf Business-Geräte könnte dem PC-Hersteller ausserhalb Chinas zum Verhängnis werden. Im Gegensatz zu den Rivalen hat Lenovo noch keine etablierte Consumer-Linie auf Lager.
Der dritte asiatische Hersteller unter den Top 5 hat hingegen viel in den Consumer-Markt investiert - vielleicht zu viel. Fallen die Ausgaben im Privatkundenbereich, wird es Toshiba schwer haben, in einem anderen Bereich Marktanteile zu gewinnen, glaubt 'Cnet.com'. (mim)

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