Wen übernimmt redIT?

13. April 2006, 15:11
  • strategie
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redIT-Chef Andreas Kleeb nannte im Gespräch mit der Presse zwar keine konkreten Namen, aber einige Kriterien, die redIT-Übernahmekandidaten erfüllen müssten.

redIT-Chef Andreas Kleeb nannte im Gespräch mit der Presse zwar keine konkreten Namen, aber einige Kriterien, die redIT-Übernahmekandidaten erfüllen müssten.
redIT möchte erklärtermassen ein "umfassender Technologie-Dienstleister für KMU, Grossunternehmen und Öffentliche Verwaltung" sowie der "führende Branchenlösungsanbieter für KMU" werden und in der ganzen Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein flächendeckend präsent werden. Um diesen Anspruch zu erfüllen, muss redIT allerdings noch deutlich wachsen. Dieses Jahr soll dies fast vollständig und nächstes Jahr noch zu einem grossen Teil durch den Kauf von anderen Firmen geschehen.
Wo aber sollen die Übernahmekandidaten herkommen und wie sollen sie aussehen? An einer Pressekonferenz von heute zum gerade veröffentlichten Jahresabschluss 2005 nannte redIT-CEO Andreas Kleeb einige der Leitlinien von redITs Übernahmestrategie.
Klar ist, dass nach den Zielen Kleebs die Übernahmen nicht Selbstzweck sein, sondern in die generelle Strategie von redIT passen sollen. Vor allem zwei Ziele strebt redIT damit an: Einerseits einen Ausbau des Angebots an Branchenlösungen und andererseits die Schliessung von Lücken im Filialnetz.
Tourismus und Health
Eines muss man allerdings noch voranschicken: Ein Motto, dass Kleeb offensichtlich verinnerlicht hat, ist "Keine falschen Versprechungen." Darum formulierte er alle Aussagen sehr vorsichtig und liess sich eigentlich immer eine Hintertür offen, falls etwas doch anders kommen sollte. So dürfte sich redIT als nächstes stärker in der Tourismus- und Gesundheitsbranchen etablieren wollen – oder eben, wie Kleeb es ausdrückte, Touristik und Gesundheit seien zwei Branchen, die man nun einmal genauer unter die Lupe nehmen wolle ohne Garantie, dass man wirklich einsteigt. Immerhin: Im aktuellen Organisationsdiagramm von redIT sind bereits zwei Competence Centers für diese beiden Branchen vorgesehen.
Bei den Branchenanlösungen sieht Kleeb redITs Zukunft auch weiterhin bei Lösungen auf der Grundlage von Microsofts Navision. Übernahmekandidaten sollten deshalb bereits eine Branchenlösung auf Basis von Navision auf Lager haben. Eventuell kommen auch Unternehmen in Frage, die eine Eigenentwicklung mit "Ablösungspotential" anbieten. Mindestens ebenso wichtig ist allerdings in beiden Fällen, dass die Übernahmekandidaten bereits etabliert sind und eine bestehende Kundenbasis haben.
In Bezug auf das bestehende Filialnetz von redIT sieht Kleeb vor allem eine "Lücke im Mittelland", die er gerne schliessen würde. Gesamthaft gesehen wolle sich redIT beim Ausbau des Netzes momentan vor allem auf die Deutschschweiz konzentrieren. (In der Region Bern allerdings sollen die beiden bestehenden Filialen in Lyss und Burgdorf konsolidiert werden und redIT würde gemäss Kleeb gerne "näher an die Stadt Bern rücken.") Ein weiterer Ausbau in der Romandie hätte erst zweite Priorität, eine Ausweitung ins Tessin dritte Priorität. (Hans Jörg Maron)

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