Weniger Firmen planen Erhöhung ihrer IT-Budgets

11. Dezember 2020, 13:55
image

Vor einem Jahr waren Unternehmen spendierfreudiger. Eine Studie zeigt auch, dass Kürzungen bei der IT nicht häufiger, aber drastischer ausfallen.

Knapp die Hälfte der Unternehmen im DACH-Raum plant für 2021 eine Erhöhung der IT-Budgets. Vor einem Jahr wollten dies noch 63%, wie eine Befragung von Capgemini zeigt.
Bei 27% der Firmen bleiben IT-Budgets 2021 auf dem Vorjahresniveau. Das sind laut der IT-Trends-Studie etwas mehr als im Jahr zuvor.
Nur knapp 15% der Befragten wollen ihre IT-Ausgaben reduzieren. Dieser Anteil ist laut der Studie unverändert. Aber es zeige sich, dass die Kürzungen drastischer ausfallen als zuvor. Betroffen davon seien vor allem Unternehmen aus Branchen, die derzeit Beschränkungen unterliegen würden, schreibt Capgemini.
Von jenen Firmen, die ihre Budgets aufgrund der aktuellen Lage angepasst haben, gaben 42% an, dass sie IT-Projekte verschoben hätten. Rund ein Viertel hat demnach IT-Projekte gestoppt. Etwa die Hälfte dieser Projekte sollen im kommenden Jahr aber wieder anlaufen, geht aus der Befragung von knapp 150 IT- und Fachverantwortlichen hervor.
Die Pandemie treibt die Digitalisierung voran, wie sich zeigt. 18% der Teilnehmerfirmen gaben an, IT-Projekte vorgezogen zu haben. Fast 9 von 10 Unternehmen sagten, dass die Digitalisierung an Priorität gewonnen habe. Nach einem abgeflauten Interesse im Vorjahr stehe sie somit erneut auf Platz eins der Prioritätenliste für das kommende Jahr, gefolgt von Effizienzsteigerung, Kostenreduktion und der Entwicklung neuer IT-Produkte und -Services

Ausgaben für Wartung bleiben hoch

Capgemini hat die Unternehmen auch danach gefragt, wohin die IT-Gelder fliessen. Je rund ein Viertel fliesse in Modernisierungen sowie in neue Anwendungen und Systeme.
Fast die Hälfte der Ausgaben werde für den Erhalt des Bestands benötigt. Dieser Anteil sei bei kleineren Firmen grösser. Dies könne daran liegen, schreibt Capgemini, dass Grossunternehmen vermehrt auf Automatisierung setzten. Ausserdem würden kleinere Firmen anteilsmässig weniger Services aus der Cloud beziehen, was möglicherweise zu höheren Fixkosten führe.
"Das Verhältnis von Ausgaben für Bestands-IT zu Investitionen in Neues hat sich über die vergangenen Jahre kaum verändert, obwohl die IT-Budgets fast permanent gestiegen sind. Innovationen wie Automatisierung können auch dazu beitragen, die Kosten für den Bestand zu senken", so Studien-Mitautor Thomas Heimann. Die Umsetzung des Prinzips Kostensenkung durch Innovation gelinge derzeit aber nur einzelnen Organisationen oder Branchen.
Die Corona-Pandemie hat auch in der IT-Welt einiges verändert, Orientierung fällt nicht immer leicht. Die Redaktion von inside-it.ch und inside-channels.ch wollte sich ein Bild der momentanen Lage machen und hat in verschiedenen Bereichen nachgefragt, darunter der Versicherungs- und Finanzbranche.

Loading

Mehr zum Thema

image

Justitia 4.0: Anwälte können Portokosten sparen

Nächstes Jahr startet die Entwicklung von Justitia 4.0. Im Interview erläutert Gesamtprojektleiter Jacques Bühler, wie er Anwälte überzeugen will, warum die Post auf Millionen verzichten muss und weshalb das Mitmachen der Kantone freiwillig ist.

publiziert am 23.9.2022
image

Wegen Daten-Spionage: Sammelklage gegen Meta

In einer Klageschrift gegen Meta heisst es, Apps von Instagram und Facebook würden Daten mittels eines JavaScript-Code auf Websites einspeisen.

publiziert am 23.9.2022
image

Die Steuerverwaltung zentralisiert ihre Online-Dienste

Alle E-Services der ESTV werden ab November über das ePortal des Finanzdepartements zugänglich. Zudem sollen dort neue Services angeboten werden.

publiziert am 23.9.2022
image

Das OIZ der Stadt Zürich hat seine SAP-Dienstleister bestimmt

Für 22 Millionen Franken hat sich der Stadtzürcher IT-Dienstleister SAP-Unterstützung in 4 Bereichen gesichert.

publiziert am 23.9.2022