Weniger Gewinn bei Swisscom

20. August 2014, 06:56
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Wachstum bei Umsatz und Betriebsergebnis.

Wachstum bei Umsatz und Betriebsergebnis.
Der starke Netzausbau, ein höherer Finanzaufwand und eine grössere Steuerlast drücken beim Telco Swisscom aufs Halbjahresergebnis. Trotz mehr Umsatz hat der "blaue Riese" etwas weniger Reingewinn eingefahren. Unter dem Strich verdiente Swisscom zwischen Januar und Ende Juni 806 Millionen Franken. Das sind 1,6 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode. Grund dafür seien wesentlich höhere Abschreibungen auf Investitionen in die Infrastrukturen sowie ein gestiegener Finanz- und Steueraufwand, erklärte Swisscom-Chef Urs Schaeppi in einer Telefonkonferenz.
Insgesamt habe Swisscom 9,4 Prozent mehr investiert als im ersten Semester 2013. Der grösste Teil der über 1,1 Milliarden Franken gehe in den Breitbandausbau sowohl im Mobilfunk, als auch im Festnetz.
"Beim Festnetz haben wir heute über 1 Million Wohnungen, die Ultrabreitband nutzen können, also Bandbreiten von bis zu 1 Gigabit (Gbit/s)", erklärte Schaeppi. Und im Mobilfunk habe die neue Generation LTE (auch 4G) heute eine Abdeckung von 94 Prozent der Bevölkerung erreicht, welche Swisscom auf 98 Prozent erhöhen werde.
Erfreuliches Geschäft
Auch das Geschäft habe sich im ersten halben Jahr sehr erfreulich entwickelt, sagte der Swisscom-Chef. Der Umsatz wuchs um 1,9 Prozent auf 5,7 Milliarden Franken. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) legte gar um 3,8 Prozent auf 2,182 Milliarden Franken zu.
Damit hat Swisscom die Erwartungen der Finanzgemeinde beim Gewinn übertroffen. Analysten hatten im Durchschnitt gemäss der Nachrichtenagentur AWP bei einem Umsatz von 5,7 Milliarden Franken mit weniger EBITDA und Reingewinn gerechnet.
"Das gute Resultat ist umso beachtlicher, als wir nach wie vor starken Preis- und Konkurrenzdruck spüren", sagte Schaeppi. Die Preiserosion im Schweizer Geschäft betrug im ersten halben Jahr 160 Millionen Franken. Davon stammten rund 60 Millionen Franken von Preissenkungen für die Nutzung von Handys und Tabletcomputern von Schweizer Kunden im Ausland (Roaming).
Auf der anderen Seite nahmen Kundenzahlen und Volumen weiter zu, die 212 zusätzliche Millionen Franken in die Kasse brachten. Damit konnte der Branchenprimus die Preiserosionen mehr als wettmachen.
TV-Geschäft boomt
Wachstumstreiber seien gebündelte Angebote und Pauschaltarife, sagte Schaeppi. Der Umsatz der Kombiangebote kletterte bis Ende Juni um ein Viertel und durchbrach mit 909 Millionen Franken erstmals die Grenze von 900 Millionen Franken. Wichtigste Motoren des Bündelgeschäfts seien das Fernsehen und die Mobilfunkangebote.
"Wir haben Ende Juni 21 Prozent mehr TV-Anschlüsse als vor einem Jahr", sagte Schaeppi. Insgesamt schauten 1,091 Millionen Haushalte Swisscom-TV, womit der Telekomkonzern weiter Boden gutmachte auf die Nummer 1: Marktführer UPC Cablecom hatte Ende Juni nach einem Rückgang von 0,7 Prozent noch 1,415 Millionen Kunden unter Vertrag. Auch beim Mobilfunk legte Swisscom zu mit einem Zuwachs von 153'000 Handykunden im Vergleich zum Vorjahr. Und die italienische Breitbandtochter Fastweb hat trotz etwas weniger Umsatz gut 12 Prozent mehr Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen erzielt.
Gewinnziel erhöht
Dagegen musste Swisscom im Festnetz, dem historischen Kerngeschäft, Federn lassen: Die Anzahl Anschlüsse sank gegenüber dem Vorjahr um 3,6 Prozent auf 2,83 Millionen. Dieser Rückgang sei hauptsächlich auf die Abwanderung zu Kabelnetzbetreibern und auf den Ersatz durch Handys zurückzuführen.
"Über alles gesehen hatten wir ein gutes erstes halbes Jahr", sagte Schaeppi: Aufgrund des guten Geschäftsverlaufs erhöhen wir unsere EBITDA-Erwartung für das Gesamtjahr 2014." Neu erwartet Swisscom ein EBITDA von 4,4 Milliarden Franken statt 4,35 Milliarden Franken. Unverändert wird ein Umsatz von 11,5 Milliarden Franken angepeilt. (sda/lvb)

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