Weniger Marge für Office-365-Reseller

17. Januar 2014, 16:25
  • microsoft
  • channel
image

Aufregung in der Partnerlandschaft von Microsoft: Der Software-Riese reduziert die Vergütungen für gewisse Office-365-Partner.

Aufregung in der Partnerlandschaft von Microsoft: Der Software-Riese reduziert die Vergütungen für gewisse Office-365-Partner.
Seit Anfang Jahr berichten diverse amerikanische und deutsche Channelmedien über neue Konditionen für Microsoft-Office-Partner, die in der Partnerlandschaft von Microsoft für Aufregung sorgen. Hintergrund ist, dass Microsoft die Prämien für Office 365 und ähnliche Produkte per 25. Januar gekürzt hat. Betroffen sind Prämien, die im sogenannten Advisor Enterprise Agreement Deploy Program definiert sind. Wer also Office 365 und andere Cloud-Lösungen von Microsoft wiederverkauft, verdient weniger daran. Besser vergütet werden hingegen Consultants, die für Kunden die Microsoft-Lösungen sozusagen "entwerfen", aber die Lizenzen weder verkaufen noch implementieren.
Microsoft erklärt, man habe zwei Anpassungen rund um das Online Services Advisor Incentive gemacht. Die Anpassung seien erfolgt, da Produkte hinzukamen und Bezugsmöglichkeiten erweitert wurden. Betroffen sind davon sowohl Reseller als auch Firmen, die diese Produkte den Grosskunden bereitstellen ("Deployment"). Microsoft erklärt, man habe die Liste der Incentive-relevanten Produkte erweitert: Office 365 ProPlus, Office 365 Add-on, Non-profit for Office 365 und Dynamics CRM Online kommen neu hinzu. Dies beziehe sich sowohl auf Advisor MOSA (Microsoft Online Services Advisor) als auch auf Advisor EA (Enterprise Agreement) Deploy Incentives.
Die zweite Änderung betrifft die "EA Rate Card" als Teil des Online Services Advisor Incentives. Diese musste aufgrund der Integration der zusätzlichen Produkte und der aktuellen Office-365-Volumenlizenzpreise "angepasst werden", erklärt Microsoft. Die EA Rate Card wurde im März 2013 eingeführt mit dem Ziel, das Deployment Incentive für alle Partner transparent und berechenbar zu machen, da Produktpreise innerhalb eines Enterprise Agreements einem Deployment Partner nicht bekannt sind. Durch die "Anpassung" sinken nun die Prämien auf alle laufenden und neu abgeschlossenen Verträge für das Deployment. Nicht betroffen sind Microsoft-Partner mit Open- oder Enterprise-Vertrag.
Microsoft stellt sich also auf den Standpunk, dass das Potenzial für die Partner grösser ist, weil mehr Produkte hinzugekommen sind. Für die Partner ist es aber einerseits ärgerlich, dass sie mit weniger Marge rechnen müssen. Und ausserdem klagen sie, dass Microsoft die Änderungen zu kurzfristig und damit ohne kalkulierbare Übergangsfrist umsetzen will.
Die Anpassungen gelten auch für die Schweiz, bestätigt Microsoft Schweiz. Die betroffenen Partner seien direkt informiert worden. Die grosse Mehrheit könne die Gründe nachvollziehen und unterstütze die neue Regelung, heisst es aus Wallisellen. (mim)

Loading

Mehr zum Thema

image

Gibt Swisscom im Glasfaserstreit nach?

Bald können private Kundinnen und Kunden bei Swisscom wieder Glasfaser-Anschlüsse bestellen – und zwar in Form einer P2P-Anbindung.

publiziert am 6.10.2022 3
image

Microsoft hostet E-Mail-Adressen des Schweizer Parlaments

Die Datenhaltung in der Schweiz ist von Microsoft vertraglich zugesichert. Die Lizenzen kosten 600 Franken pro Ratsmitglied und Jahr.

publiziert am 6.10.2022 2
image

Bei Adesso kann man nun auch CISOs mieten

Der IT-Dienstleister erweitert sein Security-Service-Angebot.

publiziert am 6.10.2022
image

Dritter Zukauf in drei Monaten: Infinigate übernimmt Distributor Starlink

Mit dem VAD aus Dubai will sich Infinigate die Region Mittlerer Osten und Afrika erschliessen und den Security-Bereich weiter ausbauen.

publiziert am 5.10.2022