Wenn die Angestellten Geheimnisse ausplaudern

16. Juli 2013, 12:42
  • politik & wirtschaft
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Während die NSA-Aktivitäten die Gemüter in den Medien und der Politik weiter erhitzen, weisen die amerikanischen Spezialisten für Archivierung und Informationsmanagement von Iron Mountain auf eine ganz andere, wenn auch ebenfalls altbekannte Schwachstelle in den Unternehmen hin.

Während die NSA-Aktivitäten die Gemüter in den Medien und der Politik weiter erhitzen, weisen die amerikanischen Spezialisten für Archivierung und Informationsmanagement von Iron Mountain auf eine ganz andere, wenn auch ebenfalls altbekannte Schwachstelle in den Unternehmen hin. In einer Umfrage unter 5021 berufstätige Erwachsene in Deutschland, Grossbritannien, Frankreich, Spanien und den Niederlanden im April und Mai 2013 konnte Iron Mountain zeigen, dass ein Drittel (35 Prozent) der befragten Büroangestellten regelmässig vertrauliche Firmendaten mit Kollegen teilt und ein Viertel (26 Prozent) Privates über andere Mitarbeiter weitergeben. Anstrengungen zur Einhaltung der zunehmend strikten Datenschutzregelungen, so die Schlussfolgerung, könnte sich als nutzlos erweisen, wenn Unternehmen es versäumen, dem Gefühlschaos enttäuschter, entlassener Mitarbeiter Herr zu werden.
Betroffen seien beispielsweise Präsentationen, die 57 Prozent der Befragten bei einem Jobwechsel mitgehen lassen würden. Aber auch Kundendaten(46 Prozent), Strategiepapiere (30 Prozent), Angebote (28 Prozent) oder Produkte-Roadmaps (15 Prozent) würden aus Frust oder Rache aus den Unternehmen abfliessen und möglicherweise in falsche Hände fallen. So könnten Wettbewerbsvorteile verlorengehen, die Reputation einer Marke und die Kundentreue ernsthaft geschädigt werden.
Zwar geht auch Iron Mountain davon aus, dass es in Firmen unvermeidbar ist, dass weiterhin Klatsch ausgetauscht wird. Die Studie zeige allerdings eine "beunruhigende Korrelation zwischen Mitarbeitern mit dem grössten Zugang zu vertraulichen Informationen und der Bereitschaft, diese Informationen unter Kollegen zu teilen", wie Hans-Günter Börgmann, Geschäftsführer von Iron Mountain Deutschland sagt. Er folgert, dass die Informationssicherheit ein Unternehmen nicht dem Dokumentenmanagement oder der IT-Abteilung überlassen könne. Nötig sei vielmehr die "Implementierung einer Kultur der Informationsverantwortung am Arbeitsplatz".
Ob es zur Konkretisierung dieser abstrakten Forderung reicht, wenn Iron Mountain den Unternehmen empfiehlt, "klare Richtlinien zu entwickeln und implementieren, die darüber aufklären, welche Informationen weitergegeben werden dürfen, und welche nicht", darf hingegen getrost bezweifelt werden. (vri)

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