Wenn die Smartwatch-Hersteller das Akku-Problem in den Griff bekommen, steht ihnen eine glänzende Zukunft bevor

18. September 2014, 09:29
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Apple wird aber kein Überflieger, sagt Gartner.

Apple wird aber kein Überflieger, sagt Gartner.
Smartwatches sind das nächste grosse Ding - oder doch nicht? Der renommierte Marktforscher Gartner glaubt jedenfalls daran, dass der Markt für Smartwatches und smarte Armbänder vor dem Durchbruch steht. Bis 2016 werden Smartwatches 40 Prozent des Markts für Geräte ausmachen, die Verbraucher um ihr Handgelenk tragen (klassische Uhren dürften damit nicht gemeint sein). Android-basierte Smartwatches würden im nächsten Jahr durchschnittlich 150 US-Dollar kosten, da chinesische Anbieter den Massenmarkt in China und auch international erobern.
Laut Gartner sind mittlerweile sieben der zehn grössten Smartphone-Anbieter in den Markt für Wearables eingestiegen oder stehen kurz davor, erste Produkte auszuliefern. Vor zwei Jahren waren es zwei Anbieter.
Gartner-Analystin Annette Zimmermann sagt, dass die Anbieter mittlerweile viel in Features wie Sprachbefehle, Design und User Experience investiert hätten. Der "quantified self"-Trend, wonach Menschen ihre personenbezogenen Daten aufzeichnen und analysieren lassen, trage dazu bei, dass das Interesse an Fitnessarmbändern und Smartwatches bei den Usern zunehme.
Nicht zuletzt die Vorstellung der Apple Watch (Foto) Anfang September sorgte dafür, dass Smartwatches auch im Massenmarkt wahrgenommen werden. Die Apple Watch werde aufgrund des Apple-typischen Designs und der Userfreundlichkeit viele Kunden finden, so Analystin Angela McIntyre. Doch Gartner glaubt, dass Apple den Markt aufgrund der höheren Preise nicht dominieren wird.
Gartner sieht aber dennoch Herausforderungen für die Anbieter von Smartwatches. So ist der Akku weiterhin ein Problem: Wearables verringern die Akkulaufzeit des damit verbundenen Smartphones um zwei bis acht Stunden, gibt Gartner zu bedenken. Es sei nicht ideal, wenn das Smartphone zwei Mal am Tag aufgeladen werden müsse. Hinzu kommt, dass auch die Akkus der Smartwatches selbst nicht viel länger als einen Tag halten. Konsumenten besitzen immer mehr Gadgets, die geladen werden müssen. Gartner glaubt, dass diese ständige Aufladerei mit der wachsenden Anzahl von Geräten im Haushalt eine Belastung für die User werden könnte. (mim)

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