Wenn Microsoft eine Demokratie wäre...

6. April 2011, 13:35
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...dann würde Steve Ballmer bald abgewählt.

...dann würde Steve Ballmer bald abgewählt.
Steve Ballmer, seines Zeichens CEO von Microsoft, scheint bei seinen Angestellten in den letzten Jahren nicht sehr gut anzukommen. Der "Zustimmungsgrad" zu seiner Unternehmenspolitik ist unter Microsoft-Angestellten in den letzten zwei Jahren kontinuierlich gesunken, und lag in den letzten zwölf Monaten laut "Glassdoor.com" im Schnitt noch bei 40 Prozent. Ballmer ist damit der gegenwärtig am tiefsten bewertete CEO von zwölf grossen Technologieunternehmen, die Glassdoor.com unter die Lupe genommen hat.
Das US-Unternehmen Glassdoor hat sich auf Untersuchungen zum Image und zur Beliebtheit von Unternehmen und deren Chefs spezialisiert. Glassdoor.com stellt Angestellten eine ganz ähnliche Frage, wie sie auch bei Umfragen zu Politikern gestellt wird: "Finden Sie die Art, wie Ihr CEO Ihre Firma führt, richtig?" In seinem Blog hat Glassdoor.com gerade aktuelle Ergebnisse veröffentlicht.
Demnach ist Ballmer zwar gegenwärtig der CEO mit dem geringsten Zustimmungsgrad, den grössten Absturz musste aber Yahoos Carol Bartz hinnehmen. Als sie den Job übernahm, lag ihr Rating laut Glassdoor.com noch bei 77 Prozent, in den letzten zwölf Monaten erreichte sie noch 50 Prozent. Der grösste Aufsteiger ist der CEO von eBay Jeff Donahue. Zwischen März 2009 und März 2010 lag er allerdings noch bei einem vergleichsweise abgrundtiefen Zustimmungsgrad von 24 Prozent, nun hat er sich auf 46 Prozent hochgearbeitet. Deutlich gestiegen ist auch der Zustimmungsgrad für Intuit-Chef Brad Smith (von 69 auf 87 Prozent), Dell-CEO Michael Dell (von 36 auf 48 Prozent) IBM-CEO Sam Palmisano (von 47 auf 57 Prozent) sowie Intel-CEO Paul Otellini (von 81 auf 90 Prozent).
Trotz dieser erstaunlich hohen Bewertung liegt Otellini nicht an der Spitze der Rangliste, wo die Zustimmungsraten allerdings verdächtig den "Wahlergebnissen" aus Diktaturen ähneln. Ganz vorne lag in den letzten zwölf Monaten Googles abtretender CEO Eric Schmidt, der sich um 3 Prozent auf 96 Prozent verbesserte und damit sogar Apples Steve Jobs überholte, dessen Rating um 3 Prozent auf 95 Prozent gesunken ist.
Böse Zungen sagen nun, dass halt weder die Angestellten von Google noch die von Apple glauben mögen, dass ihre Chefs nicht wissen, was sie in die Bewertungsbögen schreiben: Die Googlianer, weil sie eh Mühe mit dem Konzept "Geheimnis" haben und die Apple-Leute, weil sie nicht nur an den Genius sondern auch die Allwissenheit von Steve Jobs glauben. (Hans Jörg Maron)
(Anmerkung: Im Blogeintrag von Glassdoor.com findet sich auch eine Grafik, die deutlich von den im Text genannten Zahlen abzuweichen scheint. Wir haben uns nach dem Grund erkundigt, aber noch keine Antwort erhalten.)

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