Wer braucht schon ein neues Office? Microsoft mit Zuckerbrot und Peitsche

20. Oktober 2006, 07:24
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Redmond im steten Kampf gegen den Graumarkt

Redmond im steten Kampf gegen den Graumarkt
Die Chance ist gross, dass ab 2007 auf jedem neuen PC oder Notebook das Microsoft'sche Software-Paket "Office 2007" in der einen oder anderen Version vorinstalliert sein wird. Wer sich entschliesst, die Büro-Software mitzukaufen, wird vom Händler oder Retailer aber keine Datenträger bekommen, sondern einen Lizenzschlüssel. Damit kann man genau die gekaufte Version der Software aktivieren. Wer Office nicht mitkauft, wird es immerhin während 60 Tagen ausprobieren können - wer bis dann schon viele Daten angesammelt hat, dies die nur wenig verheimlichte Hoffung von Microsoft, wird gar nicht umhin können, als die Software-Lizenz nachträglich beim Händler oder bei Microsoft direkt zu posten.
Backup-CDs oder DVDs gibt es nur noch auf Verlangen. Und wehe man hat die Quittung verloren: Microsoft wird "Recovery"-DVDs von Office nur noch gegen Quittung ausliefern - ausserdem wird das Porto fällig. Wer unbedingt ein Office mit Datenträger will, muss die teurere, verpackte Version im Laden kaufen. Ausserdem wird die Bürosoftware bei der Installation beim PC-Hersteller fest mit der Maschine verknüpft. Nur bei der relativ günstigen "Home & Student Edition" kann man die Programme auf maximal drei PCs zu Hause installieren.
Microsoft erschlägt zwei Fliegen auf einen Schlag
Mit der fixen Verknüpfung von Office mit neuen PCs und Notebooks versucht, Microsoft zwei Fliegen mit einer Klappe zu erschlagen. Einerseits will man den Handel mit den günstigen, so genannten "OEM-Versionen" oder "System Builder"-Versionen unterbinden.
Das sind sehr günstige Programmpakete für PC-Hersteller, die bisher oft separat im Handel landeten. So finden sich heute bei Steg oder PCP solche günstigen Angebote für Office 2003.
Anderseits will Microsoft die PC-Hersteller ob gross oder klein, dazu verlocken, Office immer grad auf einen PC zu laden. Diese Testversionen laufen im vollen Umfang während 60 Tagen. Wer sie bis dann benützt hat und womöglich noch Daten ansammelte, wird nach 60 Tagen zum Händler gehen und einen Lizenzschlüssel kaufen wollen (müssen). Zudem bekommt man auch Software, wie etwa die Datenbank Access mit auf dem PC, auf die man - hätte sie ein Preisschild dran - beim PC-Kauf vielleicht verzichten würde.
Für Händler und PC-Hersteller hingegen ist die Sache lukrativ. Auch für nachträglich verkaufte Office-Pakete, respektive Lizenzschlüssel, gibt es von Microsoft eine Kommission. (Christoph Hugenschmidt)

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