Wer hat (welche) Angst vor der Cloud?

25. Mai 2011, 11:34
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Dass die Cloud kommt, glauben die meisten europäischen CIOs. Die Risiken der neuen Technologie sehen sie zunehmend nicht mehr nur im Bereich der Sicherheit.

Dass die Cloud kommt, glauben die meisten europäischen CIOs. Die Risiken der neuen Technologie sehen sie zunehmend nicht mehr nur im Bereich der Sicherheit.
Viele Unternehmen gehen davon aus, dass sich Cloud Computing in den kommenden drei Jahren zu ihrem wichtigsten IT-Betriebsmodell entwickeln wird. Das ist eines der Ergebnisse der European Cloud Survey 2010, für die der Telco Colt 500 CIOs und IT-Entscheidungsträger in Grossbritannien, Frankreich, Deutschland, Spanien und den Benelux-Ländern im Januar dieses Jahres hat befragen lassen.
Geschäftskritische Bereiche ausgeklammert
Ihre ersten Schritte im neuen, unbekannten Territorium wagen die Unternehmen durch die Auslagerung von "high volume / low risk"-Anwendungen wie E-Mail-Dienste oder Datenspeicherung.
Direkt geschäfts- und umsatzkritische Anwendungen wie E-Commerce bleiben aber vorerst noch auf den eigenen Servern. Die Colt-Analysten gehen davon aus, dass solche Anwendungen erst im nächsten Jahr, unter Einbezug der jetzt gemachten Erfahrungen, ausgelagert werden könnten.
Private Cloud beliebt
Höchste Priorität beim Umstieg auf die Cloud hat bei den IT-Verantwortlichen vor allem eine unkomplizierten Umstellung, gefolgt von Qualitätssicherung, Kosteneffizienz und der Einhaltung von Sicherheitsbestimmungen für den Umgang mit Kundendaten.
Sicherheit bleibt denn auch weiterhin ein wichtiger Punkt. Das zeigt sich, dass beispielsweise über die Hälfte der Unternehmen in Spanien, Deutschland oder Grossbritannien auf eine "Private Cloud" setzen, also ihre Wolke selber betreiben. Das vermindert zwar die möglichen Einsparungen durch Skaleneffekte, entschärft aber die Sicherheitsbedenken deutlich.
Imageschaden befürchtet
Fast zwei Drittel der Befragten sehen eine Umstellung auf einen Cloud-Service aber auch als Geschäftsrisiko, das über die IT hinaus geht. Probleme bei der Transition könnten dem Image eines Unternehmens schaden und sich negativ auf die Beziehungen zu den Kunden auswirken.
Für immerhin 42 Prozent der Umfrageteilnehmer stellt ein potenzieller Imageschaden bei Ausfällen oder Sicherheitslücken das Hauptrisiko dar. Diese Antworten wurden notabene noch vor dem dreitägigen Totalausfall der Amazon-Cloud EC2 im vergangenen Monats gegeben.
Interessant ist zudem, dass sich bereits eine Befürchtung breit machen, das üblicherweise als Zeichen für einen gesättigten Markt gilt: Statt sich von einem einzigen Anbieter abhängig zu machen, kaufen drei Viertel der Unternehmen ihre Cloud-Services bei mehreren Anbietern ein. (Philippe Kropf)

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