Wer steigt bei Abraxas ein?

18. September 2008, 14:52
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Nach dem Rückzug des Kantons Zürich soll das Aktionariat ausgedehnt werden, meinen direkt Beteiligte. Damit dürfte sich eine Komplettübernahme durch den Kanton St. Gallen ausschliessen lassen. Der Kanton Bern ist "interessiert".

Nach dem Rückzug des Kantons Zürich soll das Aktionariat ausgedehnt werden, meinen direkt Beteiligte. Damit dürfte sich eine Komplettübernahme durch den Kanton St. Gallen ausschliessen lassen. Der Kanton Bern ist "interessiert".
Nachdem die 'NZZ' heute Donnerstag publik gemacht hat, dass der Kanton Zürich seine 50-Prozent-Beteiligung am Informatik-Dienstleister Abraxas verkaufen will, stellt sich die Frage, wer der Käufer dieses Pakets sein wird. Verschiedene Beteiligte sagen gegenüber inside-it.ch, dass eine Ausdehnung des Aktionariats die beste Lösung wäre. Eine wesentliche Rolle bei der Auswahl des neuen Aktionärs spielt die geplante Kooperation zwischen Abraxas und Bedag.
Abraxas befindet sich zurzeit je zur Hälfte im Besitz der Kantone St. Gallen und Zürich. Bedag gehört dem Kanton Bern. Die beiden auf IT-Dienstleistungen für die öffentliche Verwaltung spezialisierten Unternehmen haben im Mai 2007 angekündigt sich die Teilfusion von Abraxas und Bedag. Zurzeit kann man nicht sagen, wann es losgehen soll. Es könnte jedoch sein, dass es nach dem Abschied des Kantons Zürich vorwärts geht.
St. Gallen, Bern, Waadt..?
Es scheint unwahrscheinlich, dass der Kanton St. Gallen auch die andere Hälfte von Abraxas kaufen wird. Finanzdirektor Martin Gehrer sagt gegenüber inside-it.ch: "Eine Erweiterung des Aktionariats steht im Vordergrund." Ausserdem sei noch überhaupt nicht klar, zu welchem Preis der Kanton Zürich seine Beteiligung verkaufen werde. Der Kanton Zürich engagiert sich mit 5 Millionen Franken Aktienkapital und 8 Millionen Franken Darlehen. Im vergangenen Jahr setzte Abraxas 96,1 Millionen Franken um und wies einen Gewinn von 1,9 Millionen Franken aus.
Aufgrund der angestrebten Partnerschaft von Bedag und Abraxas wäre der Kanton Bern der naheliegendste Kandidat für eine Beteiligung an Abraxas. Der Berner Finanzdirektor Urs Gasche signalisiert gegenüber inside-it.ch Interesse: "Es muss uns interessieren." Auf die Frage, ob der Kanton bereit wäre, die Beteiligung zu erwerben, wollte Gasche weder mit ja noch mit nein antworten. "Grössere Investitionen in dem Bereich sind aufgrund der finanzpolitischen Situation eher unwahrscheinlich", sagt Gasche. Doch man müsse sich die Situation genau anschauen. Sicher nicht wünschenswert wäre, wenn sich eine Institution an Abraxas beteiligen würde, die die Teilfusions-Pläne von Bedag und Abraxas gefährden würde.
Dass sich der Kanton Waadt als grösster auswärtiger Kunde von Bedag an Abraxas beteiligen könnte, bewerten Insider als eher unwahrscheinlich. Hingegen dürfte sich der Kanton Waadt an Bedag beteiligen.
Kanton Zürich schreibt alles aus
Der Kanton Zürich betont derweil, dass ein Rückzug als Aktionär nicht mit einem Rückzug als Kunde gleichzusetzen sei. In einer Mitteilung der Zürcher Finanzdirektion heisst es weiter, dass Informatik-Aufträge künftig nach Möglichkeit auf dem freien Markt ausgeschrieben werden sollen. Abraxas soll dabei nicht von vornherein eine bevorzugte Rolle als Lieferant der kantonalen IT erhalten, sondern – wie eine Drittfirma – aufgrund der Qualität ihrer Offerten zum Zuge kommen. Der geplante Rückzug des Kantons als Aktionär sei nichts anderes als die logische Konsequenz aus dieser Beurteilung. Abraxas werde weiterhin als kompetenter Partner betrachtet und es sei durchaus wünschenswert, wenn auch in Zukunft wesentliche Teile der Informatikdienstleistungen des Kantons Zürich durch Abraxas erbracht werden, nachdem das Unternehmen sich bei den entsprechenden Vergaben gegen andere Marktteilnehmer durchsetzen konnte.
Der Zürcher Regierungsrat sei sich seiner Verantwortung gegenüber dem Unternehmen Abraxas und seinen Mitarbeitenden bewusst, heisst es in der Mitteilung. Bei der Festlegung des Verkaufsumfanges und insbesondere des Verkaufszeitpunktes der Anteile des Kantons Zürich sollen die Interessen aller Beteiligten bestmöglich gewahrt werden. (Maurizio Minetti)

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