Wer Steve Ballmer beerben könnte

26. August 2013, 10:09
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Der nächste Microsoft-CEO muss ein Hansdampf in allen Gassen sein. Satya Nadella und Tony Bates gelten als interne Kandidaten mit den besten Aussichten. Auch Externen werden Chancen eingeräumt.

Der nächste Microsoft-CEO muss ein Hansdampf in allen Gassen sein. Satya Nadella und Tony Bates gelten als interne Kandidaten mit den besten Aussichten. Auch Externen werden Chancen eingeräumt.
Steve Ballmer, der am Freitag seinen Rücktritt als Microsoft-CEO bis spätestens in einem Jahr ankündigte, den definitiven Entschluss, Microsoft zu verlassen, habe er erst zwei Tage vorher getroffen.
Daraus kann man schliessen, dass sein Abgang nach über 33 Jahren nicht ganz freiwillig erfolgt. Ballmer gab sich in seinen letzten Jahren als CEO nicht wirklich Mühe, einen Nachfolger aufzubauen - auch aus der jüngsten Reorg ging keine klare Nummer zwei hervor. Das ist erstaunlich, geht es doch darum, den erst dritten CEO in der 38-jährigen Geschichte des traditionsreichen Software-Konzerns zu finden.
Die Rückkehrer
Viele langjährige Manager verliessen in den letzten drei Jahren das Boot. Diese werden nun mit dem Abgang von Ballmer als mögliche Rückkehrer und CEO-Kandidaten gehandelt. In der US-Presse häufig als mögliche externe CEO-Kandidaten genannt werden Paul Maritz und Stephen Elop. Maritz verliess Microsoft, als Ballmer CEO wurde. Er war bis vor einem Jahr CEO des Virtualisierungsspezialisten VMware. Heute leitet er Pivotal, das Cloud-Spinoff von EMC und VMware. Elop verantwortete früher das lukrative Office- und Dynamics-Business von Microsoft, eher er Ende 2010 die Leitung des angeschlagenen Handyherstellers Nokia übernahm.
Weitere mögliche Kandidaten sind zwei ehemalige langjährige Manager, die dem Vernehmen nach unsanft entfernt worden waren: Steven Sinofsky, der frühere Windows-Chef, verliess Microsoft überraschend Ende 2012 und wurde kürzlich Risikokapitalist. Er soll nach wie vor über internen Rückhalt verfügen. Kevin Johnson, bis vor kurzem CEO des Netzwerkgeräte-Hersteller Juniper, leitete bis Ende 2008 bei Microsoft das Geschäft mit Plattformen und Services.
Die Liste der früheren Manager, die zurückkehren könnten, lässt sich fast nach Belieben verlängern: Craig Mundie, Ray Ozzie, Bill Veghte, Jeff Raikes, Vic Gundotra, Robbie Bach, J Allard, Chris Liddell, Bob Muglia. Darunter befindet sich wohl der eine oder andere, der nun mit dem Weggang von Ballmer auf den Chef-Posten schielt.
Die Internen
Bei Microsoft sind in den letzten Jahren aber trotz allem viele fähige Manager geblieben, die nun als mögliche Aufsteiger gehandelt werden. So etwa Tony Bates, der frühere Chef der Skype-Division, der früher auch bei Cisco gearbeitet hat. Bates hat Erfahrungen im Consumer- wie auch im Business-Bereich. Durch die von Ballmer eingeleitete Reorganisation hat der 46-Jährige mehr Kompetenzen erhalten. Die bekannte Microsoft-Beobachterin Mary Jo Foley würde auf Bates wetten, schreibt sie einem Blogeintrag.
Ein weiterer Kandidat: Satya Nadella, der in den vergangenen Jahren das Server-Geschäft und jenes mit ERP- und CRM-Lösungen vorangetrieben hat aber auch Forschung und Entwicklung für Consumer-Produkte wie MSN leitete, ist ebenfalls so ein Hansdampf in allen Gassen. Der aktuelle operative Chef Kevin Turner soll hingegen nicht viele Chancen haben. Der COO verlor bei der jüngsten Reorganisation Macht und soll intern nicht sehr beliebt sein. Tami Reller, die frühere Windows-Co-Chefin, verlor ebenfalls Kompetenzen. Sie figuriert trotzdem auf der Liste der möglichen Kandidaten.
Spekuliert wird indes auch darüber, dass Microsoft in verschiedene Teile aufgespalten werden könnten - mit entsprechend vielen CEOs, die quasi je ein neues Startup-Unternehmen führen würden. Doch diese vor allem von Börseninvestoren seit Jahren geforderte Aufspaltung dürfte angesichts der neuen "One Microsoft"-Mentalität zumindest zurzeit ziemlich unwahrscheinlich sein.
Firmengründer Bill Gates, um es anzufügen, wird hingegen nicht auf den Chefsessel zurückkehren - da sind sich alle Beobachter sicher. (mim)

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