Werden ausländische Online-Händler strengeren Regeln unterworfen?

23. August 2018, 12:34
  • politik & wirtschaft
  • e-commerce
  • schweiz
  • bundesrat
image

Der Bundesrat will die Regeln für den grenzüberschreitenden Online-Handel weiter verschärfen, um Ausfälle bei der Mehrwertsteuer zu verhindern.

Der Bundesrat will die Regeln für den grenzüberschreitenden Online-Handel weiter verschärfen, um Ausfälle bei der Mehrwertsteuer zu verhindern. Er beantragt dem Parlament, eine Motion von Ständerat Beat Vonlanthen (CVP/FR) anzunehmen.
Online-Shopping auf ausländischen Webseiten wird immer beliebter. 2017 haben Personen in der Schweiz 23 Prozent mehr aus dem Ausland bestellt als im Vorjahr. Nächstes Jahr treten bereits neue Regeln in Kraft, die das Online-Shopping im Ausland verteuern dürften.
Vonlanthen genügen diese aber nicht. Die Situation sei nach wie vor unbefriedigend, schreibt er in seinem Vorstoss. Das Finanzdepartement habe die Problematik erkannt und eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Mit der Motion wolle er diese Aktivitäten unterstützen und die Zielrichtung definieren.
Vonlanthen will den Bundesrat beauftragen, Massnahmen zu treffen, um ausländische Online-Marktplätze und Dienstleistungs-Plattformen bei Lieferungen oder Dienstleistungen in die Schweiz der Mehrwertsteuer zu unterstellen. Die Massnahmen sollen dazu beitragen, Missbräuche zu verhindern.
Ohne zusätzliche Massnahmen drohe die Gefahr, dass die Mehrwertsteuerausfälle in den kommenden Jahren stark steigen würden, schreibt Vonlanthen. Die im internationalen Vergleich hohe Mehrwertsteuer-Freigrenze von 65 Franken bei Online-Verkäufen vom Ausland in die Schweiz führe an sich schon zu einer Wettbewerbsverzerrung.
Als möglichen Lösungsansatz nennt Vonlanthen eine Haftung oder Deklarationspflicht der Online-Plattformen für Verkäufe, die über sie abgewickelt werden.
Der Antrag des Bundesrates, die Motion anzunehmen, enthält keine Begründung. (sda/mag)

Loading

Mehr zum Thema

image

70% der Schweizer Industriebetriebe Opfer von Cyberattacken

Eine Mitgliederbefragung des Branchenverbands Swissmem zeigt, dass mehr als Zweidrittel der Firmen mindestens einmal attackiert wurden, einzelne sogar mehr als 20-mal.

publiziert am 23.6.2022
image

Lieferkette bremst auch Tesla

Laut Firmengründer Elon Musk sind die Lieferkettenprobleme noch nicht ausgestanden. Tesla streicht bis zu 3,5% der Stellen.

publiziert am 23.6.2022
image

Postauto definiert die externen IT-Dienstleister der nächsten Jahre

Im Rahmen des Projektes "Postauto IT Professional Services 2022" sind die künftigen IT-Dienstleister gewählt worden. Die Preisspanne der Strundenansätze ist beachtlich.

publiziert am 22.6.2022
image

Bundesrat stärkt Startups den Rücken

Durch die geplanten Massnahmen soll die Schweiz mittel- bis langfristig zu den wettbewerbsfähigsten und innovativsten Standorten gehören, schreibt die Landesregierung.

publiziert am 22.6.2022