Werden Outsourcing-Grossdeals ein europäisches Phänomen?

22. Juli 2008, 14:04
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Der Outsourcingmarkt ist in der ersten Jahreshälfte in der Region EMEA stark gewachsen, während er im Rest der Welt stagnierte.

Der Outsourcingmarkt ist in der ersten Jahreshälfte in der Region EMEA stark gewachsen, während er im Rest der Welt stagnierte.
Das international tätige Beratungsunternehmen TPI hat seine aktuellen Zahlen zum globalen Outsourcingmarkt im Bereich IT und Telekommunikation veröffentlicht. Für seinen vierteljährlich herausgegebenen Index registriert TPI Outsourcing-Aufträge im IT- und Telekommunikationsbereich ab einem Auftragsvolumen ("Total Contract Value" bzw. TCV) von 20 Millionen Euro. Damit fliesst neben den Aufträgen von Grossunternehmen auch ein Teil der Aufträge von mittelgrossen Kunden in den Index mit ein.
Gemäss den TPI-Zahlen ist dieser Markt der substantiellen Outsourcing-Aufträge vor allem im der Region EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) gewachsen. (In dieser Region wiederum stammt der Löwenanteil der Aufträge aus Europa). Verglichen mit dem ersten halben Jahr 2007 ist die Zahl der unterzeichneten Verträge mit einem Wert von je über 20 Millionen Euro um 10,5 Prozent auf insgesamt 126 gestiegen. Der totale Auftragswert der neu abgeschlossenen Verträge in EMEA für ihre gesamte Laufzeit stieg um 58 Prozent auf 25,5 Milliarden Euro und das durch sie neu hinzugekommene Auftragsvolumen pro Jahr um 61,5 Prozent auf etwas über 4 Milliarden Euro.
Dies zeigt, dass entgegen demTrend früherer Jahre in Europa vor allem der Durchschnittswert der einzelnen Verträge wieder ansteigt. Dies zeigt sich auch in der Grafik oben: Der Gesamtwert der pro Quartal unterzeichneten Outsourcing-Veträge wuchs in der Region EMEA seit Anfang 2006 tendenziell klar an, während der Trend bei der Zahl der abgeschlossenen Verträge uneinheitlich ist.
In Amerika steig der Gesamtwert der neuen Outsourcingaufträge verglichen mit dem ersten Halbjahr 2007 nur leicht auf 10,6 Milliarden Euro an, während er im asiatisch-pazifischen Raum von 5,5 auf 3,1 Milliarden Euro sank.
Der Anteil der EMEA-Region am Gesamtwert der im ersten halben Jahr weltweit abgeschlossenen Outsourcing-Aufträge betrug damit knapp zwei Drittel. Das Übergewicht Europas als gegenwärtiger Hauptmarkt und Brötchengeber für Outsourcing-Anbieter ist bei den eigentlichen "Megadeals" (ab 800 Millionen Euro) sogar noch etwas stärker. 10 der ingesamt 13 Verträge dieser Grössenordnung, die 77 Prozent des Gesamtvolumens ausmachten, wurden im ersten halben Jahr in EMEA registriert. (Hans Jörg Maron)
(Grafik: TPI)

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