Western Digital kämpft mit Engpässen

11. Mai 2011, 09:13
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Western Digital (WD) setzt mit der geplanten Übernahme von Hitachi Global Storage Technology (HGST) zum Weltmarktführer im Bereich Festplatten an.

Western Digital (WD) setzt mit der geplanten Übernahme von Hitachi Global Storage Technology (HGST) zum Weltmarktführer im Bereich Festplatten an. Vorstandschef John Coyne hat jetzt in Berlin allerdings eingeräumt, dass das Wachstum durch Komponenten- und Materialengpässen nach dem Erdbeben in Japan gestört ist. Die HDD-Produktion könne erst allmählich in voller Höhe wieder aufgenommen werden. "Wir haben Engpässe bei der Versorgung", wird Coyne auf einer Unternehmenskonferenz in der deutschen Hauptstadt von der Nachrichtenagentur 'dpa' zitiert. Obwohl die Branche sich zuvor sehr gut entwickelt habe, geht der WD-Chef beim Umsatz und Gewinn für das laufende Geschäftsjahr bis Ende Juni 2011 nur noch von bescheidenen Zuwachsraten aus.
Vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden sprach Coyne die Hoffnung aus, dass die im März bekanntgegebene Übernahme der Festplattensparte von Hitachi bis September abgeschlossen sei, womit das Unternehmen sich an Seagate vorbei auf Platz eins setzen will. Dies obwohl der grosse Konkurrent kurz darauf den Kauf des Festplattengeschäfts von Samsung angekündigt hatte.
Die HGST-Übernahme wird Western Digital rund 4,3 Milliarden Dollar kosten. Die Integrationsarbeit zur Zusammenführung der beiden Unternehmen hat laut Coyne schon begonnen. Was Synergieeffekte und mögliche Auswirkungen auf die Arbeitsplätze angeht, sagte er, dass einige redundante Stellen wegfallen werden, der Umfang sich aber noch nicht beziffern lasse. Darüber hinaus erhoffe man sich durch Skaleneffekte zusätzliche Kostenvorteile.
Wie 'dpa' weiter berichtet, hat Western Digitals im Geschäftsjahr 2009/2010 bis vergangenen Juni eine Umsatzsteigerung von 18,5 Prozent auf 9,89 Milliarden Dollar hingelegt sowie einen Gewinn von 1,19 Milliarden Dollar, ein Plus von 11,6 Prozent. Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres sind Umsatz und Gewinn im Vergleich zum Vorjahresquartal mit 2,25 Milliarden Dollar respektive 146 Millionen Dollar schon deutlich geschrumpft, was sicherlich auch den Zulieferengpässen im Katastrophenmonat März zuzuschreiben ist. WD-Manager Rich Rutledge gab zu, dass das Unternehmen nicht nur mit konkurrierenden Unternehmen, sondern auch mit neuen Speichertechnologien konfrontiert werde. Die Magnet-Technik biete aber auch Vorteile gegenüber der SSD-Technik (der NAND-Flash-basierenden Solid State Disk), denn: "Wir können mehr Bits für weniger Geld speichern". Dabei wolle Western Digital nicht nur von der zunehmenden Digitalisierung bei den Privatverbrauchern, sondern auch von dem Trend zum Cloud Computing mit grossen verteilten Rechenzentren profitieren. *Mit jedem Rechenzentrum können wir 200'000 bis 500'000 Festplatten verkaufen", klopft sich Rutledge auf die Schulter. (kh)

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