Wettbewerbsfähigkeit: Schweiz hinkt bei ICT-Adoption hinterher

17. Oktober 2018, 10:07
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Die Schweiz büsst in der neusten Erhebung des Weltwirtschaftsforums (WEF) den Spitzenplatz als wettbewerbsfähigstes Land der Welt ein und kommt noch auf den vierten Rang.

Die Schweiz büsst in der neusten Erhebung des Weltwirtschaftsforums (WEF) den Spitzenplatz als wettbewerbsfähigstes Land der Welt ein und kommt noch auf den vierten Rang. Dies hängt auch mit einer neuen Erhebungsmethode zusammen sowie der laut den Autoren vergleichsweise kleineren ICT-Adoption.
Neu belegen die USA den ersten Platz, gefolgt von Singapur und Deutschland.
In einer Welt, die von neuen digitalen Technologien immer stärker umgeformt werde, änderten sich auch die Herausforderungen für Regierungen und Unternehmen, schreibt das WEF in einer Mitteilung zur Veröffentlichung des neusten "Global Competitiveness Report". Der Dynamik dieser "vierten industriellen Revolution" solle nun die neue Methodologie des "Globalen Wettbewerbsindex 4.0" Rechnung tragen.
Viele der Faktoren, die den grössten Einfluss auf die künftige Wettbewerbsfähigkeit haben könnten, hätten in der Vergangenheit überhaupt nicht im Fokus der Politik gestanden, geben sich die WEF-Studienautoren überzeugt. Dies umfasse etwa die Generierung von Ideen, Unternehmenskultur, Offenheit und Agilität.
Stärke: Bildungspolitik, Schwäche: ICT-Adoption
Bei einzelnen Faktoren zeigt sich laut dem Bericht etwa Singapur als das "am stärksten für die Zukunft bereite" Land, während die Beschäftigten in Schweden die höchsten Fähigkeiten in Bezug auf Digitalisierung haben. Bei der Umsetzung von Innovation – von der Ideengenerierung bis zu deren Kommerzialisierung – schneidet die Schweiz hinter Deutschland und den USA gut ab.
Gute Noten erreicht die Schweiz zudem bei der Ausbildung von Beschäftigten mit Rang zwei. Der Schweiz billigen die Autoren die beste Politik in Bezug auf Weiterbildung und Umschulung der Arbeitnehmenden sowie beim Ausbildungsstand der Hochschulabsolventen zu. Ausserdem kann die Schweiz etwa mit Bestnoten für Eisenbahn-Dienstleistungen und Wasserversorgung punkten.
Geht es hingegen um ICT-Adoption – damit gemeint ist der Einsatz von Technologien für Effizienzsteigerungen, höheres Innovationstempo und zur Senkung von Transaktionskosten – liege die Schweiz "weit hinter den besten und dem globalen Leader Südkorea zurück". Faktoren, welche dabei gemessen werden, sind mobile und Festnetz-Breitband-Internet-Nutzung, Handy- und Glasfaser-Nutzung sowie der Anteil der Internet-User an der Gesamtbevölkerung. Nur beim Festnetz-Breitband-Internet sei die Schweiz vorne dabei. Die Tendenz ist allerdings im Vergleich zum Vorjahr aufsteigend.
Die neue Erhebungsmethode der WEF-Autoren misst die Wettbewerbsfähigkeit von 140 Volkswirtschaften mit Hilfe von insgesamt 98 Indikatoren. Eine Skala von 0 bis 100 soll dabei zeigen, wie nahe sich ein Land am "idealen Zustand" befindet. Den Report kann als PDF heruntergeladen werden. (mag/sda)

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