WhatsApp schafft Abo ab und bringt B2C-Kommunikation

18. Januar 2016, 16:03
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WhatsApp schafft unter dem Dach von Facebook seine Abo-Gebühr ab.

WhatsApp schafft unter dem Dach von Facebook seine Abo-Gebühr ab. "Die Übernahme hat uns erlaubt, uns auf Wachstum zu konzentrieren und nicht ans Geldverdienen zu denken", sagte Firmenchef Jan Koum. In der Schweiz mussten WhatsApp-Nutzer bislang eine Jahresgebühr von einem Franken bezahlen, in den USA war es ein Dollar. Nur das erste Jahr war gratis. Das Bezahlmodell habe nicht gut funktioniert, räumte Koum am Montag auf der Internet-Konferenz DLD in München ein. Viele Nutzer der App besässen keine Bank-oder Kreditkarten und hätten Sorge, nach einem Jahr den Kontakt zu Freunden zu verlieren.
Vor zwei Jahren sagte Koum noch, die Abo-Gebühr solle auf Dauer die Unabhängigkeit von WhatsApp sichern. Das Geld reiche aus, beteuerte er damals, die Firma agiere äusserst sparsam. Wenige Wochen später wurde die Übernahme durch Facebook für 19 Milliarden Dollar bekanntgegeben. Damals hatte WhatsApp rund 450 Millionen Nutzer weltweit, heute sind es fast eine Milliarde.
Neue Möglichkeiten unter Facebook
Der Deal mit Facebook habe es WhatsApp erlaubt, die Infrastruktur des weltgrössten Online-Netzwerks zu nutzen - zum Beispiel bei der Einführung der Sprachtelefonie, die sonst viele eigene Ressourcen erfordert hätte, sagte Koum jetzt. Zugleich habe WhatsApp weitgehend die Unabhängigkeit bewahren können, betonte er. So laufe die Software-Entwicklung weiterhin auf einer eigenen Plattform.
Koum betonte zugleich, keine Werbung zu schalten. In diesem Jahr wolle sich das Unternehmen aus dem Silicon Valley stärker der Geschäftswelt öffnen. So sei vorstellbar, dass Nutzer eine verdächtige Banküberweisung mit ihrem Kundenberater per Whatsapp anschauen oder sich eine Airline über den Kurznachrichtendienst meldet, wenn sich der gebuchte Flug verspätet.
Verschlüsselung bleibe sakrosankt
Forderungen nach einer Möglichkeit für Behörden, die Verschlüsselung auszuhebeln, erteilte Koum eine klare Absage. "Gerede über Hintertüren ist nicht besonders produktiv, weil wir keine Hintertüren in unsere Software einbauen werden", sagte er. Sobald es einen solchen Zugang für Ermittler gebe, würde er auch von Kriminellen entdeckt werden.
Im Dezember war WhatsApp für einen halben Tag in ganz Brasilien blockiert gewesen. Damit wollte ein Gericht das Unternehmen zur Herausgabe von Daten in einem Kriminalfall bewegen. Der Gerichtshof von São Paulo hielt das für unangemessen und stoppte die Blockade, die eigentlich zwei Tage dauern sollte. (sda/mik)

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