Wi-Fi oder 3G: Wieviel dürfen Tablet-PCs kosten?

9. März 2011, 13:38
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Eine US-Umfrage untersucht, wieviel Tablet-PCs kosten dürfen, damit sie von den Konsumenten noch akzeptiert werden.

Eine US-Umfrage untersucht, wieviel Tablet-PCs kosten dürfen, damit sie von den Konsumenten noch akzeptiert werden.
Als Motorola Ende Februar 2011 das Xoom (Foto), den ersten Tablet-PC mit Android 3.0 alias Honeycomb als Plattform vorstellte, war die Presse des Lobes voll. Der beste iPad-Konkurrent seit je wurde das Gerät genannt, aber es hagelte auch Kritik an dem gesetzten Preispunkt von 799 Dollar. Gemessen daran, dass Apple das neue iPad 2 schon zu Preisen ab 499 Dollar in den US-Handel bringt, sei das überteuert, finden viele.
Ein vergleichbares iPad mit 3G- beziehungsweise UMTS-Modul und 32 GB statt 16 GB internem Flash-Speicher kostet 729 Dollar, also immer noch weniger als das Motorola Xoom, schreibt Kevin Tofel von 'Bloomberg Businessweek' und geht der Frage nach, wie viel ein Tablet kosten dürfe. Dabei kommt er zu dem Schluss, dass die Apple-Herausforderer aus dem Android-Lager gut beraten seien, zunächst mit Wi-Fi-Modellen zu starten, bevor sie sich an teurere 3G-Modelle wagen.
Misstrauen bei Preisen unter 202 Dollar
Die Frage danach, was Konsumenten für ein Tablet ausgeben wollen, beantwortet für den Autoren schon eine Umfrage des Institute for Mobile Markets Research. Demnach sind die Verbraucher bereit, 351 Dollar, maximal aber nur 524 Dollar für ein Tablet auszugeben. Befragt wurden 814 Verbraucher, 38 Prozent davon bereits sehr Tablet-affin. Die Umfrage förderte auch einen Preispunkt zu Tage, bei dem Consumer eine "fragwürdige Qualität" vermuten. Dieser liegt bei 202 Dollar das Stück.
Bis heute hat Apple über 15 Millionen iPads verkauft und bestreitet damit mehr als 70 Prozent des Tablet-Weltmarktes. Ziel für 2011 ist der Verkauf von 40 Millionen Stück, inklusive dem gerade erst lancierten iPad 2 bei einem erwarteten Tablet-Weltmarktvolumen von 55 bis 65 Millionen Stück. Samsung ist mit dem Galaxy Tab mit dem Preis von 799 Euro bei Produktionskosten von 202 Euro im November 2010 in Europa sehr hoch eingestiegen, zu hoch finden viele, denn in den USA wurde das Gerät bald für 599 Dollar angeboten.
Der Businessweek-Kollege Tofel vermutet, dass die meisten Verbraucher mit dem iPad-Grundmodell mit 16 GB und Wi-Fi als Starter ganz zufrieden sind. Denn Wi-Fi beziehungsweise WLAN funktioniere zu Hause und verursache keine monatlichen Zusatzkosten, ausserdem biete das Modell immer noch genügend Platz für reichlich Apps. Bei mehr Speicherbedarf würden die Kunden dann eben das nächsthöhere Modell kaufen, weil Kapazitätserhöhung später nicht möglich sei. Oder sie rechtfertigen den Neukauf mit der 3G-Fähigkeit.
Wieviel darf 3G-Fähigkeit kosten?
Anders beim Motorola Xoom: Da gebe es keine Wahlmöglichkeit, denn da ist 3G auf jeden Fall enthalten, ob zum Preis von 799 Dollar bei einer Monats-Prepaid oder 599 Dollar bei einem Zwei-Jahresvertrag, für viele Kunden, die auf den Cent schauen müssen, ein Hindernis sei, so Tofel. Die IMMR-Studie zeige zudem, dass nur 25 Prozent der potenziellen Tablet-Käufer an Hardware-Subventionen im Gegenzug zu einer festgelegten bezahlpflichtigen Datenmenge interessiert sind. Eine von Businessweek selbst durchgeführte Umfrage zeigt, dass die Mehrheit der Befragten eher an einem günstigeren Tablet interessiert ist, das nur über Wi-Fi verfügt.
100 Dollar, mehr wollten die meisten Teilnehmer der Umfrage in den USA für die 3G-Fähigkeit nicht ausgeben. Man darf gespannt sein, ob die bekannt Apple-affinen und durchschnittlich kaufkräftigeren Konsumenten in der Schweiz ebenso skeptisch gegenüber 3G-fähigen Tablet-PCs reagieren wie ihre US-amerikanischen KollegInnen. (Klaus Hauptfleisch / hc)

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