Wider dem Energiehunger von Datencentern

21. Dezember 2006, 16:28
  • international
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Ein Runder Tisch auf einem „Klingonen-Schiff“ sollte helfen, Lösungen gegen den stetig wachsenden Energiebedarf von Datenzentren zu finden. Mit dabei, die Top-IT-Firmen und die US-Regierung.

Ein Runder Tisch auf einem „Klingonenschiff“ sollte helfen, Lösungen gegen den stetig wachsenden Energiebedarf von Datenzentren zu finden. Mit dabei, die Top-IT-Firmen und die US-Regierung.
Spätestens seit dem Hitzesommer 2004 und den damit verbunden Schwierigkeiten mit der Stromversorgung in Kalifornien ist das Problem des Energiebedarfs von Mainframes und Datencentern eine ständige Bedrohung der Silicon-Valley-Firmen. Damals waren viele Unternehmen gezwungen ihre Serverkapazitäten drastisch herunter zu fahren, um den drohenden Kollaps des Stromnetzes zu vermeiden. Doch auch ihren Kunden sind die Stromkosten für Betrieb und Kühlung der Anlagen längst ein Dorn im Auge. So schätz man bei HP den Kostenanteil des Energieverbrauchs auf rund 40 Prozent der Unterhaltskosten einer solchen Anlage. IDC beziffert den gesamten Energiebedarf eines Servers, einschliesslich Kühlung, auf 400 Watt. Zur Jahrtausendwende wären es gerade einmal 250 Watt gewesen.
So trafen sich nach einem Bericht des Wall Street Journal unter anderem Vertreter von Microsoft, Oracle, HP, Dell, AMD und Intel, so wie erstmals auch des Energieministeriums an einem Runden Tisch, um über Auswege aus dem Dilemma nachzudenken. Dass dieser auf dem AMD Kampus stand, kommentierte Intelvertreter William Swope auch postwendend mit der Bemerkung, es wäre "wie ein Klingonenschiff zu betreten." Das man trotzdem kam geschah nicht zuletzt auf Druck des US-Congresses, welcher der Umweltschutzbehörde EPA (Environmental Protection Agency) und dem Energieministerium DOE (Department of Energie) aufgetragen hatte, für energiesparende Serverlösungen zu sorgen, wie es im Bereich der Haushaltselektrik längst üblich ist.
Wie misst man Strom?
Als grösstes Hindernis erweist sich dabei die Messung der Leistungsaufnahme. "Als Industriezweig haben wir zusammengearbeitet um Performance zu messen, aber niemand kam auf die Frage: Wie misst man Stromverbrauch?" brachte es David Douglas, Suns VP für Environmental Affairs, auf den Punkt. An dieser Frage werden die Teilnehmer auch noch eine Weile zu knabbern haben. Zu viele Komponenten spielen in dem "Ökosystem" Serverraum eine Rolle, als dass man die Stromrechnung einfach einzelnen Teilbereichen zuordnen könnten. Zudem läuft das weiterhin gültige Credo des schneller, besser, grösser wie schon bei der Frage der Laufzeit von Mobile-Rechnern dem Versuch des Energiesparens zuwider. Frühestens Ende 2007 rechnen die Teilnehmer mit einem aussagekräftigen und verbindlichen Benchmark um Performance pro Watt angeben zu können und Kunden so eine Richtschnur für "grüne" Serversysteme zu geben. Bis dahin werden Datenzentren weiterhin dahin ausgelagert wo Strom billig und die Aussentemperatur deutlich kühler als in Kalifornien ist. (tm)
(Foto (c) HTA: Rechenzentrum)

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