Widerstand gegen Informatik-Hochschule in Zug

23. Januar 2014, 07:07
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Horwer Politiker fordern eine Neubeurteilung.

Horwer Politiker fordern eine Neubeurteilung.
In der Zentralschweiz gibt es Widerstand gegen die Pläne, in Zug eine Informatik-Hochschule zu etablieren. Nach einem langen Hin und Her hatte der Konkordatsrat der Hochschule Luzern (HSLU) kurz vor Weihnachten entschieden, dass das geplante Departement Informatik in Zug angesiedelt werden soll. Zuvor hatten sich mehrere Gemeinden darum bemüht, darunter Horw, Sursee und Rotkreuz.
Nach aktuellen Plänen soll das Departement Informatik der HSLU im Herbstsemester 2016/17 starten. Die neue Teilschule soll dereinst 800 bis 1000 Studenten zählen. Heute ist der Bereich Informatik in Horw (Technik & Architektur) und in Luzern (Wirtschaft) mit insgesamt rund 450 Studenten angesiedelt.
Kritik aus Horw und Sursee
Wie die 'Neue Luzerner Zeitung' nun heute schreibt, fordert der Horwer Gemeinderat die Luzerner Regierung dazu auf, im Konkordatsrat einen Rückkommensantrag zu stellen. Der Standortentscheid und damit ein Wegzug der 270 Horwer Informatikstudenten sei nicht nachvollziehbar.
Es sei "aus verschiedenen Gründen – nett gesagt – unverständlich", zitiert die 'NLZ' den Gemeindepräsidenten Markus Hool. Der Regierungsrat habe sich zu wenig für den Kanton Luzern eingesetzt, kritisiert er. Ausserdem ist eine kantonsrätliche Motion in Vorbereitung, die ebenfalls eine Neubeurteilung verlangt. "Eine Motion steht im Raum", zitiert die Zeitung den Horwer Kantonsrat Ruedi Burkard. Auch aus Dozentenkreisen erhalten die Horwer Politiker Unterstützung.
Die Horwer kritisieren, sie seien nicht richtig ernst genommen worden. "Wir konnten vor dem Entscheid zwar am Rand Stellung nehmen, aber nur schriftlich", so etwa Beat Mugglin, Vizedirektor des Departements Technik und Architektur. Ein Rückkommen hält Mugglin indes für heikel: "Da würde man Zug vor den Kopf stossen."
Auch in Sursee ist man verärgert. FDP-Kantonsrat Charly Freitag hat laut der 'NLZ' eine dringliche Anfrage eingereicht, die von der Luzerner Regierung eine Begründung zum Standortentscheid verlangt. Lokale Politiker, Wirtschafts- und Gewerbevertreter hatten im Vorfeld des Entscheids für den Standort Sursee geweibelt.
Bildungsdirektor wehrt sich
Der Luzerner Bildungsdirektor Reto Wyss reagierte auf die Kritik der beiden Luzerner Gemeinden: "Ich habe im Konkordatsrat die Argumente zu Gunsten des Kantons Luzern sehr wohl vorgebracht." Dem Vorwurf, finanzpolitische Überlegungen hätten eine Rolle gespielt, hält Wyss entgegen: "Die Regierung hat sich klar für das Departement ausgesprochen wie auch für die Investitionen. Denn wir haben anerkannt, dass es sich um ein langfristiges Geschäft handelt und darum aktuelle Finanzüberlegungen nicht überbewertet werden dürfen." (mim)

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