Wie arbeitet's sich in der Telco-Industrie?

22. März 2006, 14:04
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Immerhin 88'000 Franken Durchschnittslohn: Das BAKOM hat die Arbeitsbedingungen in der Telco-Branche untersucht.

Immerhin 88'000 Franken Durchschnittslohn: Das BAKOM hat die Arbeitsbedingungen in der Telco-Branche untersucht.
Das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) hat die Arbeitsbedingungen von 18 Schweizer Telekommunikationsunternehmen untersucht. Die Erhebung beschränkte sich auf Mitarbeitende in unterster Kaderfunktion und auf solche ohne Kaderfunktion, teilte das BAKOM heute mit. Die befragten Unternehmen decken rund 95 Prozent der Vollzeitstellen in der Telco-Branche ab.
Aus der Umfrage geht hervor, dass der mittlere Bruttolohn im Jahr 88'070 Franken beträgt. Die Spannweite bei den befragten Unternehmen reicht von 62'385 bis 152'962 Franken Lohn im Jahr. Der durchschnittliche Frauenanteil ist mit 37,7 Prozent nach wie vor weit kleiner als 50 Prozent. Die beschäftigten Frauen sind mit einem Durchschnittsalter von 35,3 Jahren jünger als ihre männlichen Kollegen (durchschnittlich 37,8 Jahre alt). Wie es in der Mitteilung des BAKOM weiter heisst, haben zwei Drittel der Frauen eine Berufslehre abgeschlossen, während bei Männern Universitäts- und Fachhochschulabschlüsse dominieren. 55,1 Prozent der Frauen arbeiten in den Bereichen Kundendienst und Verkauf, Männer trifft man vor allem in den Bereichen Produktion, Informatik und Forschung/Entwicklung an.
Die durchschnittliche Distanz zwischen Wohn- und Arbeitsort beträgt 20 Kilometer. Das Gros der Angestellten arbeitet 40 Stunden in der Woche bei fünf Wochen Ferien im Jahr. Das BAKOM zieht das Fazit, dass die Grundausbildung, die berufliche Stellung, der Arbeitsort und die Beschäftigungsdauer einen Einfluss auf die Höhe des jährlichen Bruttolohns haben.
Die Untersuchung wurde aufgrund des Fernmeldegesetzes (FMG) durchgeführt. Konzessionierte Anbieter von Fernmeldediensten müssen die Arbeitsbedingungen der Branche gewährleisten. Ende 2004 hatten sich das BAKOM, die Gewerkschaften Kommunikation und Transfair sowie die meisten Telcos darauf geeinigt, aktuelle Daten zu erheben. Die Ergebnisse sollen nun mit den Gewerkschaften und den Telcos diskutiert werden, schreibt das BAKOM.
Die Gewerkschaft Kommunikation hat bereits in einer heute veröffentlichten Mitteilung festgehalten, dass dank dieser detaillierten Studie nun ein genaueres Bild der heutigen Situation entstanden sei. Bisher habe es grosse Unterschiede bei der Auslegung der Bestimmungen des FMG gegeben. Die nächste Etappe nach diesem ersten Schritt sei ein Gesamtarbeitsvertrag für die ganze Branche, schreibt die Gewerkschaft. (mim)

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