Wie Avaya das Nortel-Business verteidigen wird

17. April 2013, 14:14
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Avaya-Schweiz-Chef Jörg Säurich will mehr kommunizieren und näher zum Partner.

Avaya-Schweiz-Chef Jörg Säurich will mehr kommunizieren und näher zum Partner.
Ende 2009 übernahm der Telefonieausrüster Avaya den Telefonieteil der gescheiterten kanadischen Nortel. Avaya selbst ist auch eine Ausgliederung des ehemaligen US-Telefon-Riesen Bell Labs. Mit dem Kauf sicherte sich Avaya eine ganze Reihe von neuen Kunden, denn die grossen "Meridian" - Telefonvermittlungsanlagen von Nortel waren und sind gerade bei Schweizer Grossfirmen recht verbreitet. Avaya handelte sich aber auch Probleme ein, denn die Nortel-Anlagen sind technologisch veraltet. Gleichzeitig steht die Erneuerung der teuren Telefonieanlage und des Telefonnetzwerkes nicht zwingend, aber manchmal schon, zuoberst auf der Traktandenliste der nfrastrukturverantwortlichen.
Jörg Säurich (Foto), seit letzten Dezember Chef der Schweizer Niederlassung von Avaya, ist sich der Problematik bewusst. Säurich: "Wir bieten unseren Nortel-Kunden drei Migrationswege an. Kunden können entweder auf der vorhandenen Plattform aufbauen und diese mit Ergänzungen hin zu einer Unified-Communications-Lösung (Integration von Telefonie, E-Mail, Messaging etc.) ausbauen. Die "Meridian"-Anlagen werden dann erst später ersetzt.
Oder dann können sie erst eine "Aura" IP-Kommunikationslösung im Rechenzentrum installieren, die alte Telefonieanlage aber weiterverwenden und erst später und Schritt für Schritt ablösen. Die dritte Variante dürfte auch von Konkurrenten wie Cisco oder Microsoft bevorzugt werden: Die alte Anlage und das Telefonie-Netzwerk mit einem Grossprojekt durch ein IP-basiertes Telefonie-System zu ersetzen.
Wir müssen mehr kommunizieren
Säurich, der als ehemaliger Chef von Siemens Enterprise Communications Schweiz die Szene bestens kennt, ist sich bewusst, dass Avaya noch einiges zu tun hat. "Viele Kunden, die Nortel-Anlagen im Einsatz haben, wissen nicht, dass es sinnvolle und finanziell reizvolle Migrationswege mit Avaya gibt", sagte er letzten Freitag anlässlich eines Besuchs bei der Redaktion. Avaya habe seit der Übernahme von Nortel zu wenig in Sachen Marketing und Kommunikation gemacht.
Dass man nun aufholen will, soll ein Vorteil für den Channel werden. "Wir wollen näher zum Partner und den Vertrieb über den Channel ausbauen," sagt Säurich. Allerdings will Avaya auch den direkten Kontakt zu Grossfirmen ausbauen, Verkäufe aber auch in Zukunft nur indirekt abwickeln. "Früher oder später holen wir einen Partner ins Geschäft", vespricht der Deutsche, der auch für das Avaya-Business in Österreich verantwortlich ist. (Christoph Hugenschmidt)

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