Wie CIOs zuviel Geld für Speicher ausgeben

10. Juni 2008, 14:41
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Mangelnde Kommunikation kann Ihren Speicher teuer machen!

Mangelnde Kommunikation kann Ihren Speicher teuer machen
Der Bedarf nach Speicherplatz explodiert förmlich und die Ausgaben für Speichersysteme gehören zu den am schnellsten wachsenden Teilen der IT-Budgets weltweit. McKinsey (genaue Quelle siehe unten) schätzt, dass die Nachfrage nach Speicher auf Disks und Tapes jährlich um bis zu 50 Prozent wächst. Dass die Preise für Speicher jährlich um etwa 20 Prozent sinken, ist damit nur ein schwacher Trost.
Damit kann es für IT-Abteilungen schwierig werden, die Speicherung von "neuen" Informationen, wie etwa grosse Datenmengen aus der Finanzanalyse oder von digitalen Bildern in Chemie und Pharma, zu finanzieren. Die Aufgabe, stetig steigende Speicherkosten zu bekämpfen und gleichzeitig der Komplexität Herr zu werden, kann einschüchternd sein.
Offenbar wird aber immer noch in sehr vielen Unternehmen mehr Geld als überhaupt nötig wäre, für Speichersysteme ausgegeben. Drei McKinsey-Berater untersuchen im neuesten Newsletter ("McKinsey Quarterly") die Gründe dafür.
Zu viele Kopien, falsche Konfigurationen, ...
In vielen Fällen treffen die Berater zu viele Kopien der gleichen Daten an. So fand McKinsey bei einem Elektronik-Hersteller 12 Kopien der Produktionssoftware, jedesmal mit sämtlichen dahinter liegenden Daten. Zudem werden überholte Daten in Kopien und Backups viel zu selten identifiziert und gelöscht. Der Grund dafür liegt entweder bei einer übertriebenen Risiko-Aversion oder dann glaubt man, der Aufwand dafür lohne sich nicht.
Ausserdem ist die Speicherinfrastruktur oft gar nicht richtig ausgelastet. Gut geführte Unternehmen lasten ihre Speicher-Infrastruktur zu 80 Prozent aus, findet McKinsey, während viele es nicht mal auf 50 Prozent bringen. Es ist zwar richtig, dass Speicherkapazität früher oder später eh benützt wird, doch muss man eben auch mit dem Aufwand rechnen, diese zu verwalten.
Kommunikationsprobleme
Die McKinsey-Leute identifizieren drei Ursachen, die zu schlechten, ineffizienten Speicherumgebungen führen können. Die eine ist Zeitdruck. IT-Manager, die keine Zeit haben, um die langfristigen Auswirkungen ihrer Speicherstrategien zu erforschen, müssen aufgrund von Anforderungen des Business auf die Schnelle Speichernetzwerke beschaffen. Dies führt, trotz Beschaffungsstrategien, zu ineffizienten, multiplen Konfigurationen.
Ausserdem unterschätzen viele Organisationen die wahren Kosten der Speicherinfrastruktur, weil es versteckte Ausgaben für Netzwerk-Infrastruktur, Backup und Archivierung gibt. Speicherinfrastrukturen sind zudem ziemlich komplex und die verschiedenen Konfigurationen und Preismodelle der Hersteller machen die Sache nicht einfacher. Die IT-Berater haben nicht wenige Unternehmen angetroffen, die den Speicherbedarf von Geschäftseinheiten aber auch von Applikationen nicht genau verfolgen konnten und die deshalb unbenützte oder falsch benützte Speicherressourcen nicht sinnvolleren Zwecken zuführen konnten.
Ausserdem ist manchmal der Prozess, mit dem Speicher verlangt und zugeteilt wird, zu kompliziert. Das führt dazu, dass Applikationsentwickler oder -Integrierer von sich aus zu viel Speicher "bestellen" um den Prozess zu vermeiden. Und es kann für IT-Leute ausgesprochen schwierig sein, den wahren Bedarf der Business-Kunden einzuschätzen. Wieviele Kopien sind von den Daten von klinischen Versuchen in der Pharmaindustrie wirklich nötig? Würde es Billig-Speicher nicht auch tun? Zudem sind die internen Kunden gar nicht gewöhnt, zwischen den Kosten und der Qualität (Sicherheit, Geschwindigkeit) von Speicherkonzepten abzuwägen. (Christoph Hugenschmidt)
(Quelle: "Meeting the demand for storage" von James M. Kaplan, Rishi Roy, and Rajesh Srinivasaraghavan in McKinseyQuarterly, 10. Juni 2008. Registrierung nötig.)

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