Wie die IKT-Strategie des Bundes umgesetzt wird

2. Mai 2017, 14:44
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Der Masterplan des ISB zeigt, was abgeschlossen, was verzögert und geplant ist. Darunter ist eine Sourcing-Strategie.

Der Masterplan des ISB zeigt, was abgeschlossen, was verzögert und geplant ist. Darunter ist eine Sourcing-Strategie.
Der Bundesrat hat vor einigen Tagen den aktualisierten, so genannten "Masterplan 2017" des Informatiksteuerungsorgans des Bundes (ISB) genehmigt. Dieser zeigt auf, wie die IKT-Strategie des Bundes tatsächlich umgesetzt wird. Da es sich erklärtermassen um die rollende Planung bedeutender ICT-Projekte handelt, ist er durchaus lesenswert.
Zuerst zur Vergangenheit. Neun Meilensteine des Masterplans 2016 konnten abgeschlossen werden. Darunter findet sich die Einführung von UCC, die immer wieder zu Schlagzeilen Anlass gab. Nun sei sie abgeschlossen, die Programmorganisation aufgelöst und die Festnetztelefonie abgelöst. Es gebe noch definierte Ausnahmen, zeigt der Masterplan (PDF). Dabei handelt es sich um eine auf Microsoft Lync basierende UCC-Plattform, welche per Ende 2017 eingeführt werden muss.
Initial war der Abschluss auf 2014 geplant, wurde auf 2015 verschoben als VBS-Deadline genannt worden. Nun muss alles auf den letzten Drücker umgesetzt werden.
Einige Verzögerungen
Ebenfalls abgeschlossen ist das Programm IAM Bund, das ist ebensowenig überraschend, es verlief offenbar weitgehend plangemäss. Im Detail heisst dies laut verantwortlichem ISB: "Mit dem Programm wurden IAM-relevante Rechtsgrundlagen, Vorgaben und Standards geschaffen, aktualisiert, vervollständigt und eingeführt, damit Identitäten, Berechtigungen, Attribute und Daten über Organisationsgrenzen hinweg vertrauensvoll verwendet werden können. Unter anderem auf dieser Basis wurde der erweiterte Standarddienst IAM Version 2 (SD IAM V2) ausgearbeitet, den der Bundesrat am 29. Juni 2016 verabschiedet und per 1. Januar 2017 in Kraft gesetzt hat. Damit ist der nun operative SD IAM V2 auf ein Gesamtsystem IAM Bund ausgerichtet."
Für einzelne Aktivitäten musste die Planung überarbeitet werden. So ist das Detailkonzept "Integrale IKT-Planung" verzögert, ebenso die Erarbeitung und Verabschiedung neuer Weisungen zur "Unternehmensarchitektur Bund". Laut Masterplan sind erhöhter Abstimmungsbedarf zwischen den Beteiligten und knappe Personalressourcen dafür verantwortlich.
Beschaffungen harmonisieren und digitale Transformation fördern
Mit einem gewissen Interesse darf man noch dieses Jahr konkretes erwarten, wie der Bund plant, die Beschaffungsprozesse zu harmonisieren. Damit sollen die zentralen Beschaffungen des Bundesamts für Bauten und Logistik (BBL), aber ebenso dezentrale Beschaffungen künftig schneller und einfacher verlaufen.
Unter dem Titel "ERP-Strategie" haben die Projektarbeiten begonnen, die eine umfassende Planung von Support-Prozessen des Bundes im Fokus haben. Ab Mitte 2018 soll die Umsetzung beginnen.
Von breitem Interesse dürfte zudem die geplante neue Sourcing-Strategie sein. Diese wird die Leitlinien definieren, wie intern und extern Leistungen erbracht werden sollen. Sie thematisiert die geplante Hybrid-Cloud, Fachanwendungen aber auch die Beschaffung mit Werkverträgen, Aufträgen oder Personalstellung sowie die Entscheidungsprozesse bei externem Bezug von Leistungen. Sie soll Ende März 2018 umsetzungsbereit sein.
Ganz neu will man die digitale Transformation fördern, indem man die Verwaltung dafür sensibilisiert. Gibt es schon konkretere Pläne und Ideen, wie dies geschehen soll? "Die konkrete Ausgestaltung der Sensibilisierungsmassnahmen zu Möglichkeiten und Chancen der Digitalisierung in der Verwaltung ist Bestandteil der Arbeiten dieses Meilensteins und werden gemäss Masterplan im Q3 dieses Jahres gestartet", vertröstet das ISB auf Anfrage.
Noch in den planerischen Kinderschuhen stecken das Betriebsmodell RZ-Verbund "Zielbild 2025" sowie die Strategie "Hybrid-Cloud des Bundes".
Zudem will das ISB bessere Erkenntnisse gewinnen, wie sich die Umsetzung der IKT-Strategie des Bundes auswirkt. (Marcel Gamma)

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