Wie gut gedeihen Schweizer Fintech-Startups?

3. November 2015, 14:32
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Das Klima ist gut, der Boden braucht aber noch Dünger: Swiss Finance Startups hat die Schweizer Fintech-Branche befragt.

Das Klima ist gut, der Boden braucht aber noch Dünger: Swiss Finance Startups hat die hiesige Fintech-Branche befragt.
Der Finanzplatz Schweiz bietet für Fintech-Unternehmen zwar eine gute Ausgangssituation, könnte seine Position als globaler Fintech-Hub aber besonders durch eine verstärkte Internationalisierung weiter ausbauen. Zu diesem Ergebnis kommt die soeben vorgelegte Analyse der hiesigen Fintech-Branche. Sie stecke in der Schweiz zwar noch in den Kinderschuhen, aber damit eben auch voller Potentiale. Vorgelegt haben die Studie der Strategieberater Roland Berger und die Interessengemeinschaft Swiss Finance Startups. Für die Untersuchung seien alle derzeit rund 130 Fintech-Unternehmen der Schweiz angefragt worden, sagt Urs Häusler aus dem Führungsteam von Swiss Finance Startups zu inside-it.ch. Insgesamt seien mit rund 70 Feedbacks Antworten von mehr als der Hälfte der Branche in die Auswertung eingeflossen, dabei stammten 54 von Fintech-Unternehmen. Ausserdem spiegeln die Resultate die Ansichten von 36 etablierte Finanzdienstleistern, Technologie-Unternehmen, der Aufsichtsbehörde FINMA und Vertretern aus der Politik und Investorenkreisen.
Klar wird dabei, dass die Schweiz etwa im Vergleich mit Fintech-Hubs wie London oder Silicon Valley noch deutlich zurückliegt. Gleichwohl sei in den letzten zwei Jahren eine rasante Entwicklung festzustellen gewesen. Wurden doch in dieser Zeit mehr als die Hälfte der befragten Fintech-Unternehmen überhaupt erst gegründet, wie es heisst. Hinzukommt, dass laut Studie 74 Prozent von ihnen angetreten sind, um ihre Produkte und Dienstleistungen wenn nicht weltweit so doch zumindest in Europa zu vertreiben. Die Studie betont denn auch, dass solche Internationalisierungsbestrebungen nicht nur sehr wichtig sind, sondern auch von der Bedeutung des Schweizer Finanzplatzes profitieren könnten. Kritisch festgestellt wird hingegen, dass es an professionellen Startup-Investoren fehle. Denn 61 Prozent der Befragten wollen noch bis Ende 2016 mehr als eine Millionen Franken Risikokapital sammeln und 15 Prozent von ihnen sogar mehr als zehn Millionen Franken, um ihr künftiges Wachstum finanzieren zu können.
Als zentrale Themen sind die Bereiche Investment und Vermögensverwaltung sowie Crypto und Blockchain genannt worden, die Technologie hinter der Kryptowährung Bitcoin. Gute Noten erhielt die Schweiz für ihre qualifizierten Mitarbeiter, die Ausgangslage für Fintech-Bemühungen am hiesigen Finanzplatz und auch die potentielle Kundenbasis. Obwohl die politische und rechtliche Stabilität der gelobt wurde, sind die politische Unterstützung und die regulatorischen Rahmenbedingungen für Fintech-Unternehmen allerdings am schlechtesten bewertet worden. Der Dialog mit Politikern und Regulatoren beginne sich erst in jüngster Zeit zu verstärken, so die Studie. So gäbe es durchaus Schweizer Unternehmer, die wegen schlechter Rahmenbedingungen im Ausland Startups gegründet hätten. Insgesamt bestünden in der Schweiz für kreative und initiative junge Menschen jedoch viele Möglichkeiten Startups zu gründen.
Das Fazit lautet denn auch, dass die Schweiz durchaus Potenzial habe, stärker als bisher eine wichtige internationale Rolle im Fintech-Sektor übernehmen. Dazu müsse das vorhandene Ökosystem gestärkt werden, Konzerne und Startups müssten noch stärker lernen zusammenarbeiten. Zudem sei der Dialog zwischen Startups, Unternehmen, Politiker und Regulatoren zu intensivieren. Und gerade die Grossunternehmen der Branche müssten bereits sein, mehr Geld in Innovationen zu investieren. (vri)
(Foto: Bayer CropScience UK, Ausschnitt.)

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