Wie gut ist der Datenschutz bei den wichtigsten Browsern?

19. März 2020, 16:16
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Irische Computer-Wissenschaftler geben Microsofts Edge schlechte Noten.

Ein Team von Wissenschaftlern der Computer Science-Abteilung des Dubliner Trinity College hat die meistverwendeten Browser unter die Lupe genommen. Ihr Ziel war es Ihr Ziel war es, herauszufinden, wie gut die neusten Versionen der Browser die Privatsphäre ihrer Anwender respektieren. Die Resultate haben sie kürzlich online publiziert (PDF).
Am besten tut dies nach Meinung des Teams der noch relativ unbekannte Browser Brave. Chrome, Firefox und Safari erhielten mittelmässige Noten. Am schlechtesten schnitten Microsoft Edge und der bei uns wenig gebräuchliche Browser der russischen Suchmaschine Yandex ab.
Speziell Edge und Yandex würden sich in Sachen Schutz der Privatsphäre deutlich von den anderen untersuchten Browsern unterscheiden, heisst es in dem Papier. Beide würden Daten an Backend-Server schicken, die es erlauben, das benutzte Gerät individuell zu identifizieren und die damit durchgeführten Aktivitäten zu verfolgen. Bei Edge handle es sich um die UUID-Nummer des Geräts, bei Yandex um gehashte Hardware-Identifikationsdaten. Soweit das Team dies habe eruieren können, könnten User die Übermittlung dieser Daten nicht deaktivieren.
Ein Datenschutz-Problem stellt laut dem Forscherteam auch die Auto-Vervollständigungs-Funktion für eingetippte URLs dar. Damit sie funktioniert, werden Daten über angesteuerte Websites an Backend-Server übermittelt.
Diese Funktion ist in Firefox, Chrome, Safari, Edge und Yandex per default aktiviert. Bei Firefox, Chrome und Safari könne man die Funktion in den Datenschutz-Einstellungen deaktivieren, bei Edge nicht. In diesem Punkt irren sich die irischen Forscher allerdings. Von Microsoft gibt es eine Anleitung, wie man genau dies tun kann. 
Brave erhielt das beste Zeugnis, weil bei diesem Browser laut den Forschern schon bei Verwendung der Standardeinstellungen keinerlei Identifikationsmerkmale oder Daten über besuchte Webseiten an Backend-Server geschickt werden.

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