Wie sehr "Service" ist SAPs 'Business byDesign'?

19. Mai 2008, 16:38
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Deutsche SAP-Partner zeigen sich richtig begeistert von SAPs neuer Online-ERP-Lösung.

Deutsche SAP-Partner zeigen sich richtig begeistert von SAPs neuer Online-ERP-Lösung.
Dass SAP die weltweite Einführung der Online-Lösung "Business byDesign" auf nächstes Jahr verschieben muss, hat an der heutigen Pressekonferenz der beiden Co-CEOs Henning Kagermann und Léo Apotheker einige Fragen ausgelöst. Wie es denn möglich sei, gleichzeitig die Investitionen in Forschung und Entwicklung zu kürzen und die (Performance)-Probleme, die die mächtige, über das Internet zu mietende Geschäftslösung offenbar hat, zu lösen, wurde Apotheker gefragt. Dieser sagte, man wolle nicht die Investitionen kürzen, sondern ursprünglich geplante Zusatzerhöhungen zur Beschleunigung des Roll-Outs nicht vornehmen. Positiv gedeutet, heisst dies, dass man bei SAP gemerkt hat, dass die SaaS-Suppe (Software-as-a-Service) nicht so heiss gegessen wird, wie sie gekocht wurde. Misstrauische Beobachter können die Aussage auch so interpretieren, dass 'Business byDesign' einfach noch nicht "fertig" ist und es sich nicht lohnt, sehr viel Geld in den Marktstart zu investieren.
Interessant war die Antwort des CEO-Duos auf unsere Frage, wie es möglich sein soll, die Gesamtkosten der Kunden auf ein Zehntel zu drücken, wo doch 'Business byDesign' keine echte SaaS-Lösung ist.
Man arbeite daran, die Kosten auf den angestrebten Wert zu bringen, sagte Kagermann und deutete damit an, dass sie noch nicht dort sind, wo SAP sie gerne hätte. Ausserdem, dies sagte dann Apotheker, könnte man "byDesign" nicht mit einem Online-CRM (wie Salesforce) vergleichen, da es sehr viel komplexer sei. "Wir sind die einzige Firma, die so eine Lösung entwickeln kann."
Glückliche byDesign-Reseller
Reseller scheint die Online-Version der "grossen" SAP-Lösungen auf jeden Fall glücklich zu machen. Zwar ist nicht anzunehmen, dass SAP ausgerechnet unglückliche Partner den Journalisten und Analysten zur Befragung "vorwerfen" würde. Trotzdem waren die Aussagen von Fred Grüneberg von CIB Computer und Uwe Weiss von Crossgate glaubwürdig. Er könne als "BusinessOne"-Partner mit 'Business byDesign' eine sehr grosse, neue Kundschaft ansprechen, für die die Funktionalitäten von 'Business One' zu wenig umfangreich sind. Und beide sagten übereinstimmend, dass nun die Zeit für Online-Software reif sei. Für Manager unter 40 Jahren sei der Bezug von Software über Internet eine Selbstverständlichkeit und das wichtigste Argument überhaupt.
Crossgate ist übrigens ein Spezialist für Datenaustausch über EDI und bietet seine Dienstleistungen seit acht Jahren auch als Online-Version an.
Dass der Markt heute also auch für Online-Versionen von sehr raffinierten und "grossen" ERP-Lösungen reif ist, scheint offensichtlich. Interessant ist die Frage, ob SAP es technisch fertig bringt, die Lösung tatsächlich zu einem Zehntel der bisherigen Kosten zum Kunden zu bringen - und dabei noch Geld zu verdienen.
In der Schweiz wird man auf jeden Fall noch einige Monate auf 'Business ByDesign' warten müssen. Er bleibe bei der Aussage "frühestens 2009", sagte SAPs KMU- und Channel-Verkaufschef Eric Duffaut auf die Frage von inside-it.ch. (Christoph Hugenschmidt)

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